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Pinneberger Tageblatt

17. August 2017 | 06:04 Uhr

Schenefeld : Der Mast kommt in die Natur

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Stadt verpachtet eine Fläche am Gremsbargen.

Schenefeld | Ein Mobilfunkmast im Landschaftsschutzgebiet: Das ist laut Kreisordnung verboten. Schenefelds Politik hat am Donnerstagabend beschlossen, dass das Unternehmen Vodafone einen zirka 25 Meter hohen Mobilfunkmast am Gremsbargen aufstellen darf. Auf einer städtischen Fläche – mitten im Landschaftsschutzgebiet. „Das zeigt, wie wenig die Landschaftsschutzgebiete in Schenefeld wert sind“, sagte Grünen-Fraktionschef Mathias Schmitz. Es gebe andere, besser geeignete Standorte und somit keine sachliche Notwendigkeit für diese Entscheidung. Grüne und BfB votierten dann auch gegen den Standort Gremsbargen.

Fakt ist: Der Mast kann nur mit Hilfe einer Sondergenehmigung realisiert werden. Die Untere Naturschutzbehörde des Kreises müsste eine Teilfläche aus dem Landschaftsschutzgebiet entlassen. Auch die Erschließung ist nur teilweise gesichert, denn die letzten 60 Meter führen bisher über einen Wanderweg, der mit Lastwagen zurzeit gar nicht befahren werden kann. Grünen-Ratsherr Herbert van Gerpen kritisierte, dass der Mast nicht Schenefeld, sondern Hamburg bedienen soll. Der Betreiber habe zudem bis heute wichtige Informationen wie beispielsweise die Sendebelastung nicht geliefert. „Wir sollen hier die Katze im Sack genehmigen.“

Der CDU-Abgeordnete Holm Becker betonte, dass der Betreiber alle „gesetzlichen Vorgaben“ einhalten muss. „Wir benutzen alle Handys und können die Entwicklung nicht aufhalten.“ Vodafone könnte auch private Grundstücke nutzen. „Wenn wir die Fläche verpachten, bekommt die Stadt wenigstens noch Geld.“ Die Pacht: Da hatte die Stadt in den vergangenen Wochen noch einmal nachverhandelt. Sie liegt nach Informationen unserer Zeitung bei 5400 Euro – im Jahr.

Sechs Flächenantennen mit einer Länge von jeweils zwei Metern und eine Richtfunkantenne mit einem Durchmesser von 0,6 Metern sind geplant. CDU, SPD und OfS haben den Richtfunkmast im Landschaftsschutzgebiet abgesegnet. Das Aufstellen kann jetzt nur noch die Aufsichtsbehörde des Kreises verhindern.

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erstellt am 12.Mär.2016 | 10:00 Uhr

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