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Pflegeheim in Kummerfeld : Der Letzte zieht aus

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Letzte Bewohner der Kummerfelder Einrichtung zieht aus. Die Gewerkschaft veranstaltet eine „Trauerfeier“ vor dem Haus.

Kummerfeld | Die Kulisse wirkt trostlos: Laub fegt über den weitgehend leeren Parkplatz hinweg, einige Bänke und Schilder weisen bereits deutlichen Grünbelag auf. Die zahlreichen Sitzgelegenheiten im Empfangsraum sind verwaist. Einzig im kleinen Teich vor dem Eingangsbereich ziehen noch ein paar Goldfische ihre Bahnen. Ansonsten herrscht fast schon gespenstische Stille am Pflegezentrum Kummerfeld. Die Tage des Heims sind längst gezählt. In ein paar Tagen soll nun auch der letzte noch verbliebene Bewohner ausziehen.

Passend zum Auszug des letzten Bewohners veranstaltet die Gewerkschaft Verdi morgen eine Abschiedsveranstaltung vor dem Pflegeheim an der Bundesstraße. Von 10 bis 11 Uhr ist eine „Trauerfeier“ geplant: Teilnehmer werden gebeten, in Trauerkleidung zu erscheinen. In einer Mitteilung der Gewerkschaft heißt es: „Verdi nimmt dies zum Anlass, um vor Ort noch einmal auf das unverantwortliche und unsoziale Handeln des Sana-Konzerns hinzuweisen, dass 100 Bewohnerinnen und Bewohner, die hier ihren Lebensabend verbringen wollten, zum Umzug gezwungen wurden. Etwa 70 Beschäftigte mussten sich beruflich beziehungsweise örtlich umorientieren.“

Wie berichtet, hatten die Regio-Kliniken vor knapp einem halben Jahr angekündigt, das Kummerfelder Pflegeheim zum 31. März 2017 zu schließen. Unter anderem, weil der Konzern zu 25,1 Prozent dem Kreis Pinneberg gehört, war nach der angekündigten Schließung eine Debatte darüber entstanden, ob die Verwaltung die Schließung nicht noch hätte verhindern können. Teile der regionalen Politik und die Gewerkschaft hatten das Vorgehen der Regio-Kliniken scharf kritisiert.

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Es ist anscheinend gelungen, noch vor Ablauf der Frist für alle Bewohner in den 102 Patientenzimmern eine neue Bleibe zu finden. Regio-Sprecher Sebastian Kimstädt bezeichnete das im Zuge der Schließung aufgebaute Vermittlungsprogramm des Unternehmens als Erfolg: „Wir hatten allen Bewohnern von vornherein angeboten, sie bei der Suche nach einem neuen Pflegeheimplatz zu unterstützen.“ In den kommenden Tagen soll auch der letzte verbliebene Bewohner umziehen. Was dann mit dem 1974 erbauten Gebäude geschehen soll, ist noch unklar. „Das war für uns bisher noch kein Thema“, sagte Kimstädt auf Nachfrage. „Wir werden jetzt erst einmal aus- und aufräumen. Und dann über die weiteren Schritte entscheiden.“

Auch über die Zukunft des zweiten von den Regio-Kliniken betriebenen Pflegeheims – dem Haus Elbmarschen in Elmshorn – ist indes laut Kimstädt noch nicht entschiedenen worden. Hier wohnen knapp 150 ältere Menschen. Eine vom Pinneberger Kreistag geforderte Bestandsgarantie hat das Unternehmen bisher noch nicht abgegeben. Regio-Sprecher Kimstädt sagte gestern auf Nachfrage nur: „Wir sind mit dem Betriebsrat in Gesprächen.“

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erstellt am 28.Feb.2017 | 10:00 Uhr

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