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Pinneberg : Der Lavastein-Grill schließt Ende des Jahres

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Weil die Gesundheit nicht mehr mitspielt, schließen Petra und Jörg Federmann ihren Imbiss im PiZ Ende des Jahres.

shz.de von
erstellt am 04.Nov.2015 | 10:00 Uhr

Pinneberg | Seit fünfeinhalb Jahren betreiben Petra und Jörg Federmann den Lavastein-Grill am Lindenplatz in Pinneberg. Doch spätestens Ende des Jahres ist Schluss. Das Ehepaar hat sich dazu entschlossen, den Imbiss aufzugeben – weil die Gesundheit nicht mehr mitspielt.

Ein nicht zu übersehendes Pappschild am Eingang kündet den ersten Schritt ins Aus schon an: Seit Anfang dieser Woche hat der Lavastein Grill nur noch von Montag bis Freitag geöffnet, der Sonnabend fällt weg. „Das ist wenigstens ein freier Tag mehr pro Woche“, sagt Jörg Federmann. Dem 51-Jährigen geht es nicht besonders gut, man merkt es ihm an. Auf die Frage, was ihm fehle, sprudelt es aus ihm heraus. „Arthrose im rechten Knie, drei kaputte Hals-, zwei Brust- und zwei Lendenwirbel. Dazu heftige Herz-Rhythmusstörungen und einen Tinnitus, der immer stärker wird“, sagt er. Kein Tag vergehe ohne Schmerzen, seit Jahren sei er in Behandlung. „Allein in der vergangenen Woche habe ich 13 Spritzen bekommen“, schildert Federmann Die gesundheitlichen Beschwerden seien das Ergebnis eines jahrzehntelangen Raubbaus am eigenen Körper. „In der Lehre habe ich täglich Schweine- und Rinderhälften geschleppt, selten weniger als zehn Stunden pro Tag gearbeitet. Das macht sich nun bemerkbar“, sagt der Fleischermeister.

Die Reißleine zu ziehen, fällt den Federmanns dennoch nicht leicht. An dem Lavastein-Grill hängt das Herzblut des Ehepaares, das nach dem Gang in die Selbstständigkeit 2005 zunächst zwei Jahre lang mit einem Imbiss-Anhänger unterwegs war. 2007 genehmigte die Pinneberger Stadtverwaltung den beiden, mit ihrem „Lavastein Grill“ auf dem Lindenplatz sesshaft zu werden. Am 15.  Juli 2010 folgte schließlich der Umzug an den heutigen Standort im Pinneberg Zentrum (PiZ). Zuvor hatte sich in den Räumlichkeiten ein Kleidungsgeschäft befunden. „Wir haben das Restaurant innerhalb von acht Wochen aus dem Boden gestampft“, erinnert sich Jörg Federmann. Wirtschaftlich laufe der Grill bis heute gut – aber nicht so gut, als dass er sich komplett in den Hintergrund zurückziehen könne. „Einer von uns beiden, meine Frau oder ich, ist zusätzlich zu unseren beiden Teilzeitkräften, immer da“, sagt er.

Bei den Kunden, die das Restaurant regelmäßig besuchen, ist das Bedauern über die anstehende Schließung groß. „Es ist sehr schade, das Angebot war sehr abwechslungsreich. Wohin ich künftig gehen soll, muss ich erstmal sondieren“, sagt Marius Hübner, der in der Pinneberger Innenstadt arbeitet und den Lavastein-Grill häufig in der Mittagszeit aufsucht. Auch Center-Manager Walter Steiger nannte die Pläne auf Anfrage gestern „außerordentlich bedauerlich“. Der Lavastein-Grill habe sich als „große Bereicherung“ des PiZ erwiesen.

Bis zur finalen Schließung Ende des Jahres wollen sich Federmanns bemühen, einen Nachmieter zu finden, der den Lavastein-Grill nach eigenem Gusto umgestalten kann. „Das wäre die beste Lösung, vor allem im Hinblick auf unsere zwei Mitarbeiter“, so Jörg Federmann. Bislang gebe es allerdings nichts Spruchreifes. Wie es mit ihm und seiner Frau selbst weitergeht, steht ebenfalls in den Sternen – mit 51 und 49 Lebensjahren sind beide längst noch nicht in der Nähe des Rentenalters. „Ich werde mir einen anderen Job suchen müssen“, sagt die Groß- und Einzelhandelskauffrau. Bei Jörg Federmann hingegen zeichnet sich die Berufsunfähigkeit ab.

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