Der lange Weg zum Bahnhof

Erste Absperrungen am Bahnhof: Jetzt gehen die Bauarbeiten richtig los.
Erste Absperrungen am Bahnhof: Jetzt gehen die Bauarbeiten richtig los.

Bürger-Informationsveranstaltung: Projekt voraussichtlich im Februar 2020 abgeschlossen

shz.de von
06. September 2018, 16:00 Uhr

Der Pinneberger Bahnhof soll nicht nur eine attraktive Drehscheibe für Reisende werden, sondern auch in Sachen Funktionalität auf den neuesten Stand gebracht werden. Das sagte Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos) in ihrer Einführungsrede. Die Serie von Bürger-Informationsveranstaltungen der Verwaltung ist am Dienstag mit dem Thema „Neugestaltung des Bahnhofes“ und dessen Umfeldes fortgesetzt worden. Bauamtschef Klaus Stieghorst führte durch den öffentlichen Informationsabend.

Der Weg dahin, das machten alle Vortragenden deutlich, wird lang und für Reisende und Anwohner beschwerlich sein. Unter anderen präsentierten Roland Neumann von der Agentur BahnStadt, Jochen Schulz vom Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein und Tobias Schirmer vom Ingenieursbüro Vössing den aktuellen Stand der Planung. Sie gaben eine Ablaufbeschreibung der Bauphase. Baubeginn war bereits am 3.September, das Bauende ist für das Jahr 2022 angesetzt.

Das gesamte Aral von Bahnhof, Gleisen und Vorplatz, auf der Süd- wie auch auf der Nordseite (Innenstadtseite) ist Teil des Änderungsplanes. Mit dem neuen Busbahnhof, dem ZOB, ist der Plan ebenso in Einklang gebracht worden wie mit den Bauplänen für das neue Ilo-Quartier an der Mühlenau.

Ein neuer breiter Bahnhofstunnel zu den Gleisen und zur Südstadt soll den jetzigen ersetzen, der Tunnel direkt an der Mühlenau bleibt jedoch bestehen. Tunneleingang- und ausgang werden jeweils von einem begrünten Dach überspannt, ein großer gläserner Pavillon entsteht auf den Vorplatz des Bahnhofes mit ausreichend Platz für Gastronomie, Nahversorger und Reisezentrum. Im ursprünglichen Bahnhofsgebäude und dem Wasserturm, beides steht unter Denkmalschutz, entstehen sanitäre Anlagen und ebenfalls Gastronomie.

Die Architektur wurde den Anwesenden in einer „virtuellen Begehung“ mit einer 3-D-Darstellung vor Augen geführt. Dass in der heutigen Zeit ein Bahnhof barrierefrei sein muss, versteht sich von selbst. Dazu gab es klar formulierte Wünsche von anwesenden Bürgern wie zum Beispiel nach einer ausreichenden Rampe hinter dem alten Bahnhofsgebäude zum Gleis 3. Angemahnt wurde auch ein Taxistand auf der Südseite des Bahnhofs.

Die gute Nachricht ist, dass nicht geplant ist, Züge mit Schienenersatzfahrzeugen zu ersetzen oder Zugverbindungen ausfallen zu lassen. Allerdings wird es Sperrzeiten geben. Die erste beginnt am 10. Oktober, der Zugverkehr wird dann aber über andere Gleise geleitet. Wehrmutstropfen: Eine bedeutende Beeinträchtigung wird der Lärm während der ersten Rückbauphase sein. Der Abbruch der Nebengebäude und das Setzen der Spundwände wird eine Lärmbelästigung, zum Teil auch nachts, mit sich führen. Auch wird der Platz vor dem Bahnhof und der P+R Parkplatz während der Bauarbeiten nicht mehr vollumfänglich zur Verfügung stehen. Dort werden Flächen für den eigentlichen Bau und für Material und Maschinen freigemacht. Dadurch wird der Zugang zu den Gleisen zum Teil länger, was die Fahrgäste vor Reiseantritt in Zukunft berücksichtigen müssen. Die Busse halten dann auf der Seite am Fahlt. Ein Lob gab es von einem anwesenden Bürger, der die Transparenz und Offenheit dieser Veranstaltung begrüßte.



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