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Neue Statistik belegt : Der Kreis Pinneberg wird immer sicherer

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Zahl der Straftaten im Kreisgebiet sinkt. Aber: Nur jeder 16. Einbruch wird aufgeklärt.

Kreis Pinneberg | Aus Sicht der Polizei ist es die wichtigste Botschaft der aktuellen Kriminalitätsstatistik für den Kreis Pinneberg: „Die Menschen leben hier sicher“, sagt der Behördenleiter der zuständigen Polizeidirektion, Andreas Görs. Denn die Zahl der erfassten Straftaten ist zurückgegangen: von 19779 im Jahr 2015 auf 18956 im vergangenen Jahr. Und parallel dazu stieg die Aufklärungsquote um 1,6 Prozentpunkte auf 48 Prozent. 

Besonders erfreulich ist in der Statistik vor allem der Rückgang der sogenannten Häufigkeitszahlen: Diese gibt Hinweise darauf, wie wahrscheinlich es für Bürger ist, Opfer einer Straftat zu werden. Sie wird angegeben in Straftaten pro 100.000 Einwohner. Während die Häufigkeitszahl im Kreis Pinneberg 2011 noch bei mehr als 7000 lag, liegt sie nun im fünften Jahr in Folge unter dieser Marke; 2016 lag sie bei 6165 pro 100.000 Einwohner und damit laut Behördenleiter Görs unter dem Landesschnitt (7225).

Mit 43,8 Prozent bilden die Diebstahlsdelikte – zu denen auch die aus Tätersicht erfolgreichen Wohnungseinbrüche zählen – wie schon in den Vorjahren den Löwenanteil in der Kriminalstatistik des Kreises Pinneberg. Mit 8305 registrierten  Taten sank die Zahl im Jahr 2016 gegenüber dem Vorjahr um 436. Auch Diebstähle aus Wohnungen und Häusern nahmen von 2015 auf 2016 leicht ab. „Insbesondere in den Städten Pinneberg, Schenefeld und Tornesch sind Rückgänge zu verzeichnen“, teilte Polizeisprecher Nico Möller mit. Dieser Rückgang ist aber laut Polizei vor allem darauf zurückzuführen, dass die Fallzahlen 2015 extrem hoch waren. Zum Vergleich: 2014 gab es 673 Einbruchsdiebstähle, 2015 waren es dann 976 und 2016 wiederum 950. Ein weiterer Wermutstropfen: Die Aufklärungsquote in diesem Bereich sank von knapp zehn Prozent im Jahr 2013 kontinuierlich auf 6,3 Prozent. Das heißt: Nur nach jedem 16. Einbruch wurde der Täter gefasst. Entsprechend kündigt Görs als vordringlichste Ziele für 2017 „die Stärkung der polizeilichen Präsenz sowie die Intensivierung der Ermittlungstätigkeiten, insbesondere im Bereich der Bekämpfung der Einbruchskriminalität“ an.

Gefährliches Pflaster Elmshorn

Die größte Stadt im Kreis Pinneberg ist zugleich das gefährlichste Pflaster. Das zumindest ergibt die Kriminalitätsstatistik 2016 in einem Vergleich der Häufigkeitszahlen: der hochgerechneten Zahl der Straftaten pro 100000 Einwohner. Diese liegt für die Stadt Elmshorn mit seinen fast 50.000 Menschen bei 9104. Im Gegensatz dazu war im vergangenen Jahr die Wahrscheinlichkeit,  in Rellingen (etwa 14.000 Einwohner) und Tornesch (knapp 13.000 Einwohner) Opfer einer Straftat zu werden, deutlich geringer. Hier lag die Häufigkeitszahl 2016 bei jeweils etwa 5000.

Auffällig im Vergleich der Gemeinden und Städte mit jeweils mehr als 10.000 Einwohner ist Barmstedt. Kamen im Jahr 2015 noch statistisch 4472 Straftaten auf 100.000 Einwohner, waren es 2016 mit 7040 deutlich mehr. Zu der extrem gestiegenen Häufigkeitszahl in Barmstedt sagte der dortige Polizeichef Peter Kroll auf Nachfrage dieser Zeitung: „Wir hatten im Jahr 2015 einen deutlichen Rückgang zu verzeichnen und liegen jetzt wieder in etwa auf dem Niveau der Vorjahre.“ Kreisweit ist die Zahl der erfassten Straftaten auf 18.956 zurückgegangen (2015: 19779).

Sexualstraftaten: Während die Fallzahlen gegenüber dem Vorjahr bei Vergewaltigungen (2015: 15, 2016: 31) und exhibitionistischen Handlungen (2015: 24, 2016: 37) gestiegen sind, nahmen sie beim sexuellen Missbrauch von Kindern laut Polizei ab (2015: 57, 2016: 46). Die Aufklärungsquote im Bereich der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung – so der Sammelbegriff – liegt bei 71 Prozent.

Straftaten gegen das Leben: 2016 erfasste die Polizei im Kreis sechs Tötungsdelikte, davon drei Versuche: Insgesamt waren es zwei Mordfälle, zweimal Totschlag und in zwei Fällen fahrlässige Tötung. Für viel Aufsehen sorgte der tödliche Messerangriff eines Mannes auf eine  Frau im September in Elmshorn.

Rohheitsdelikte: Körperverletzungen, Raub oder auch Entführung werden in der Polizeistatistik als Rohheitsdelikte zusammengefasst. Diese haben im vergangenen Jahr im Kreis Pinneberg leicht zugenommen: 1838 bedeuten einen Anstieg um 88 Fälle gegenüber dem Vorjahr. Dabei nahmen die leichten Körperverletzungen zu, die gefährlichen ab.

In der Kriminalitätsstatistik werden in diesem Jahr erstmals Flüchtlinge separat angegeben. Die Statistik weist für den Kreis Pinneberg  834 Taten von Flüchtlingen mit insgesamt 722 Tatverdächtigen aus. Den größten Anteil haben dabei einfache Körperverletzungen gefolgt von Ladendiebstahl und Schwarzfahren. In einem Fall ermittelt die Polizei wegen Exhibitionismus. Weitere Sexualdelikte, bei denen Flüchtlinge als Tatverdächtige ermittelt wurden, gab es 2016 nicht. Als Flüchtlinge gelten in der Polizeistatistik Personen, die den Aufenthaltsstatus „unerlaubter Aufenthalt“, „Asylbewerber“, „International/national Schutzberechtigter und Asylberechtigter“, „Kontingentflüchtling“ und „Duldung“ haben. Zur Orientierung: Laut Kreisverwaltung sind seit Januar 2008 insgesamt 6610 Asylbewerber in den Kreis Pinneberg gekommen.
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erstellt am 25.Feb.2017 | 15:00 Uhr

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