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11.500 Fans beim SHMF : Der Kreis Pinneberg sorgt mit für SHMF-Rekord

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Hochkarätige Kultur in Elmshorn, Haseldorf, Rellingen und seit jüngstem in Schenefeld und Wedel: 2015 setzt Maßstäbe für die Zukunft.

shz.de von
erstellt am 31.Aug.2015 | 10:00 Uhr

Kreis Pinneberg | 30 Jahre Schleswig-Holstein Musik Festival (SHMF) – und der Kreis Pinneberg ist nahezu von Anfang an dabei. Die Dauerbrenner Elmshorn, Haseldorf und Rellingen, seit einigen Jahren auch Schenefeld und Wedel, sind Hotspots, zu denen Kulturfans auch 2015 zum runden Geburtstag in Scharen strömten. Insgesamt mehr als 11.500. Das ist eine Hausmarke. Das ist ein Superlativ.

14 SHMF-Konzerte lockten in den Rinderstall und die Reithalle, in die Barockkirche, ins Forum sowie in den Schuppen an der Elbe. Das Ikonen-Stelldichein mit Christiane Karg, dem Borodin-Quartett, Xavier de Maistre, Sergei Nakariakov und Elisabeth Leonskaja ist eben unwiderstehlich. Die Intendanz um Chefplaner Christian Kuhnt und seinem Team meinten es wieder gut mit den spektakulär-urigen und den pragmatischen Bühnen im Süden des Landes. Und daran darf auch 2016 nicht gerüttelt werden.

Das ist die Hoffnung. Und es dürfte kein Geheimnis sein, dass hinter den Kulissen darüber gegrübelt wird, wie SHMF 2016 im Kreis Pinneberg noch spannender, aufwühlender, nachhaltiger und abenteuerlicher als Magnet für Jung und Alt in Szene gesetzt werden kann. Vier statt drei Konzerte als mutige Option in Elmshorns Reithalle und Stadttheater, der Status quo mit sechs Konzerten beim Gastgeber Udo Prinz von Schoenaich-Carolath-Schilden in der Marsch, die Rellinger Kirche mit Top-Akustik als Magnet für Superstars und die begeisterungsfähigen Fans in Schenefeld und Wedel – im Palais Rantzau in Lübeck müssen der Kreis Pinneberg und seine engagierten Festivalbeiräte eine feste Größe im Planungskorsett bleiben.

Klar: Kuhnts Konzept, im zweiten Jahr nach Rolf Beck am Ruder, birgt auch Risiken. Das weiß er nur zu gut. Der Auftakt am 14. Juli in Haseldorf mit Schlagzeug-Superstar Martin Grubinger in der Rolle des Künstlerporträts mit 13 Konzerten und einem Workshop landauf, landab ging deftig in die Hose. Der Schlegel-Zauberer aus Österreich – mal mit zwei, mal mit vier Stöcken zwischen den Fingern und 5000 davon im Gepäck, der von Samba bis Tschaikowsky alles aus den Ärmeln schütteln kann, lag mit Magen-Darm-Virus niedergestreckt in seiner Bettstatt.

Kuhnt kann sich auf „Familie“ verlassen

Doch es spricht für den promovierten Musikwissenschaftler Kuhnt und seine Mitdenker und -planer, dass sie für solche Widrigkeiten gewappnet sind – und sich auf ihre „Familie“ verlassen können. Umständlich Star-Alternativen aus New York oder Tokio, San Franzisko oder Rom einzufliegen, ist keine Option. Aus dem Pool von Künstlern, die für 176 Konzerte in 60 Orten an 104 Spielstätten in Schleswig-Holstein, Hamburg, im Süden Dänemarks sowie im Norden Niedersachsens gebucht waren, fanden und finden sich auch in Zukunft spontan Freiwillige, die eine Extraschicht einlegen. So war es in Haseldorf mit dem Orlowsky Trio und Nils Landgren als Ersatz für Grubinger, so war es in Schenefeld am 28. August, als Stephan Graf von Bothmer für den erkrankten Cellisten Eckart Runge einsprang.

SHMF – da werden 8,4 Millionen Euro bewegt und 175.000 Eintrittskarten angeboten. Sektkorken dürften am gestrigen Finaltag in Kiel geknallt haben: Kuhnts Konzept ging auf, 154.000 Karten gingen weg wie warme Semmel. So viele wie nie zuvor in der Festivalgeschichte. Das Musikspektakel ist eine Marke, ein Wirtschaftsfaktor. Der Kreis Pinneberg profitiert kräftig davon. Das große Engagement von zahlreichen Sponsoren zeugt davon. Das gilt es zu pflegen. Das gilt es zu bewahren.

„Unsere Kultur... leistet seinen Beitrag zur lebensnotwendigen Frischluft.“ So ein kluger Kopf wie Altbundespräsident Richard von Weizsäcker (1920-2015) trifft mit seiner einstigen Äußerung den Kern: Auch das Großereignis SHMF als Balsam für Seele und Geist sorgt für Vitalität. Es ist ein Muss im Kulturkalender. Daran darf nicht gerüttelt werden.

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