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Der Betriebshof flickt die Straßen : Der Kreis Pinneberg plant 2016 zehn größere Einzelprojekte

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Häufig sind Vollsperrungen nötig. Bauarbeiten kosten etwa 2,7 Millionen Euro.

Kreis Pinneberg | Die ersten Pflanzen in den Gärten schlagen bereits aus und versprechen milde Temperaturen. Das heißt auch: Die Planer in den Straßenbaubehörden stehen in den Startlöchern. Im März beginnt, je nach Wetter, die Bausaison.

Die Kreisverwaltung hat sich für die Zeit bis November zehn größere Projekte vorgenommen. Sie reichen von Flickarbeiten der Mitarbeiter des Moorreger Betriebshofs bis zur Komplettsanierung von Kreisstraßen. Mindestens 2,5 Millionen Euro werden so in die Kreisstraßen und ihre Radwege investiert.

Vier Sanierungen gehören zu den sogenannten investiven Projekten. Das sind größere Investitionen in die Infrastruktur, die sechs- bis siebenstellige Beträge kosten. Häufig übernimmt der Bund 50 Prozent der Baukosten. Die Förderanträge werden vom Land Schleswig-Holstein bearbeitet. Eine Entscheidung wird im Frühjahr getroffen.

Zu den investiven Projekten gehören in diesem Jahr die Mühlenstraße und Lutzhorner Landstraße (K2) in Barmstedt, die Norderstedter Straße (K5) in Bönningstedt, die Kellerstraße (K5) in Rellingen und die Hemdinger Straße (K10) in Bevern. In den meisten Fällen sind Vollsperrungen nötig.

Mühlenstraße und Lutzhorner Landstraße (K2) in Barmstedt: Ende März beginnt die Kreisverwaltung auf einem Abschnitt von etwa einem Kilometer Länge mit der Sanierung der Mühlenstraße und Lutzhorner Landstraße (K2) in Barmstedt. Sie bekommt auf dem Abschnitt zwischen Erlengrund und Am Friedhof eine neue Decke. Die Arbeiten werden bis November dauern und Vollsperrungen erfordern. Etwa 1,2 Millionen Euro sind für das Projekt veranschlagt.

Norderstedter Straße (K5) in Bönningstedt: Sobald die Deges, die Infrastrukturgesellschaft von Bund und Ländern, die K5-Brücke über die A23 erneuert, beginnen die Arbeiten am Radweg entlang der Norderstedter Straße. Der Baubeginn ist für den Juni vorgesehen. Gleichzeitig saniert der Kreis die Brücke über die Mühlenau. Bis zum Herbst ist die Verbindungsstrecke zwischen Bönningstedt und Norderstedt gesperrt. Sanierungsumfang und Kosten für die Mühlenaubrücke sind nach Angaben des Kreises noch nicht ermittelt. Die Sanierung des Radwegs zwischen A23-Brücke und Mühlenaubrücke kostet etwa 154.000 Euro. Wer die Kosten zu welchen Anteilen trägt, ist noch nicht geklärt, da Versorger etliche Leitungen unter dem Weg erneuern und sie sich deswegen an den Kosten der Sanierung beteiligen.

Kellerstraße (K5) in Rellingen: Zwischen Pütjenweg und Hermann-Löns-Weg bekommt die Kellerstraße in Rellingen eine neue Decke. Der genaue Baubeginn ist noch nicht terminiert. Im Sommer oder im Herbst soll es losgehen. Dafür veranschlagt sind etwa 880.000 Euro. Die Kellerstraße ist damit nach der K2 in Barmstedt das zweitteuerste Einzelprojekt.

 

Hemdinger Straße (K10) in Bevern: Zwischen der Hauptstraße (L110) in Bevern und dem Steindamm (L195) zwischen Hemdingen und Ellerhoop wird die Hemdinger Straße (K10) saniert. Sie bekommt für etwa 210.000 Euro eine neue Decke. Baubeginn ist im Sommer.

Zu den Großbaustellen kommen wichtige Unterhaltungsprojekte. Entlang der Tangstedter Chaussee (K6) in Rellingen wird der Radweg saniert. Auch Abschnitte des Radwegs entlang der Mühlenstraße (K2) in Bokel werden ausgebessert. Auf der K2 lässt der Kreis zudem schadhafte Stellen abfräsen und neu asphaltieren. Obwohl die K18 zwischen Groß Offenseth-Aspern und Lutzhorn mit etwa zehn Jahren relativ neu ist, müssen zahlreiche Spurrinnen beseitigt werden. Nach Angaben der Kreisverwaltung wurde dort beim Bau vermutlich zu weicher Asphalt benutzt. Auf der Dorfstraße (K12) in Seeth-Ekholt sind Verwerfungen zu beseitigen.

Außerdem werden an verschiedenen Stellen im Kreis Pinneberg für etwa 80.000 Euro neue Fahrbahnmarkierungen auf die Straßen gebracht. Sämtliche Unterhaltungsarbeiten lassen sich häufig in wenigen Tagen erledigen und erfordern lediglich Sperrungen einzelner Spuren.

INFO Straßen bestehen aus mehreren Schichten

Die meisten Asphaltstraßen bestehen aus vier Schichten. Welche Lagen ausgetauscht werden müssen, richtet sich nach Alter und Verschleiß, wie Angela Biermann vom Fachdienst Straßenbau in der Kreisverwaltung sagt.

Die oberste Schicht ist die Deckschicht (1). Sie ist etwa drei Zentimeter dick und besteht in der Regel aus einer geschlossenen Asphaltlage, welche das Eindringen von Feuchtigkeit verhindert. Eine offenporige Variante ist der Flüsterasphalt, der allerdings deutlich verschleißanfälliger ist. Normale Asphaltschichten müssen wegen der Einflüsse von Wetter und Verkehr nach etwa 15 Jahren erneuert werden. Kleinere Schäden beseitigen die Mitarbeiter des Kreisbetriebshofs in Moorrege je nach Bedarf.

Die Binderschicht (2) ist etwa  neun Zentimeter dick. Sie besteht aus mittelgrobem Asphalt. Ihre Kernaufgabe ist, Erschütterungen von der Straßenoberfläche in die unteren Schichten abzuleiten. So schützt sie die Deckschicht vor Verformungen.

Grober Asphalt bildet die etwa 20 Zentimeter dicke Tragschicht (3). Sie sichert die gleichmäßige Verteilung der Lasten. Die Tragschicht kann bei guter Instandhaltung bis zu 50 Jahre halten.

Eine etwa 35 Zentimeter dicke Lage aus Schotter, Kies und Sand bildet die Frostschutzschicht (4). Das Material widersteht den Wettereinflüssen. Wasser wird schnell in den Boden abgeleitet. Das verhindert, dass Feuchtigkeit bei Frost Sprengkraft entwickeln kann.

Grundsätzlich setzen ständig wechselnde Temperaturen einer Straße deutlich mehr zu als Dauerfrost. „Wenn es durchgehend minus zehn Grad gibt, kann eine Straße das besser vertragen, als wenn Frost und Tauwetter häufig wechseln. Dann dringt immer wieder Tauwasser in die Straße, friert und beschädigt so die Schichten“, sagt Biermann.

 
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erstellt am 01.Mär.2016 | 12:15 Uhr

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