Kriminalstatistik : Der Kreis Pinneberg ist sicherer geworden

Die Zahl der Rohheitsdelikte, zu denen auch Körperverletzungen gehören, ist im vergangenen Jahr angestiegen.
Die Zahl der Rohheitsdelikte, zu denen auch Körperverletzungen gehören, ist im vergangenen Jahr angestiegen.

2017 gab es weniger Straftaten und eine höhere Aufklärungsquote. Mehr jugendliche Straftäter als noch im Vorjahr.

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21. März 2018, 12:20 Uhr

Kreis Pinneberg | Die Bemühungen der Polizei haben sich ausgezahlt: Die Zahl der Straftaten im Kreis Pinneberg ist im vergangenen Jahr erneut zurück gegangen. 17.571 Mal schlugen Kriminelle zu. Das sind 1385 Straftaten weniger als im Vorjahr. Ebenfalls erfreulich: Die Aufklärungsquote stieg um 2,3 Prozentpunkte auf 50,3 Prozent. Das geht aus der Kriminalstatistik 2017 hervor, die am Dienstag veröffentlicht wurde.

Besonders intensiv hatte sich die Polizei der Bekämpfung der Einbruchs- und Diebstahlskriminalität aus Wohnungen gewidmet. Mit Erfolg. Diebstähle aus Wohnungen sind  nach einem leichten Rückgang von 2015 auf 2016 nun sogar deutlich zurückgegangen: Von 1157 auf 794 Fälle. Die Aufklärungsquote stieg im gleichen Zeitraum von 13,3 auf 19,5 Prozent.  

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Während die Kriminellen bei Diebstählen aus Wohnungen Wertgegenstände aus unverschlossenen Häusern und Wohnungen stehlen, müssen bei Wohnungseinbrüchen zuvor Fenster oder Türen gewaltsam geöffnet werden. Das war im Kreis Pinneberg im vergangenen Jahr 569 Mal der Fall. Immer noch erschreckend oft, aber deutlich weniger als 2016. Damals wurden der Polizei 950 Fälle gemeldet.

Am schlimmsten waren die Pinneberger dran: 112 Bürger oder Familien wurden Opfer von Einbrechern. In Halstenbek wurden 86 Wohnungseinbrüche registriert, in Quickborn 50. Deutlich sicherer waren die Menschen in Uetersen. Nur 13-mal brachen dort Straftäter in Häuser oder Wohnungen ein.

Anhand der sogenannten Häufigkeitszahl (Zahl der Straftaten hochgerechnet auf 100.000 Einwohner) zeigt sich, dass  Elmshorn nach wie vor das kriminellste Pflaster im Kreis Pinneberg  ist. Doch auch dort ist die Häufigkeitszahl im vergangenen Jahr von 9104 auf 8826 gesunken. In allen Kommunen  im  Kreis gab es eine geringere  Häufigkeitszahl. Am deutlichsten (von 7040 auf 4473)  sank sie  in Barmstedt. Am sichersten (Häufigkeitszahl: 3935) leben nach wie vor die Menschen in Rellingen.

Mit einer Häufigkeitszahl von 5656 liegt der Kreis Pinneberg deutlich unter dem Landesdurchschnitt von 6557. Besonders kriminell geht es in  Neumünster zu. Dort ist die Häufigkeitszahl mehr als doppelt so hoch (12238)  wie im Kreis Pinneberg. Und auch in den Kreisen Ostholstein (6533), Steinburg (6362) und Segeberg (5838) leben die Menschen unsicherer als im Kreis Pinneberg.

Allein handelnde, männliche Täter

Die meisten Straftaten im Kreis Pinneberg wurden von allein handelnden, männlichen Tätern begangen, die zum Großteil aus dem Kreis Pinneberg stammen. Bei 8837 aufgeklärten Taten ermittelte die Polizei 2017 insgesamt 7099 Tatverdächtig. 8,9 Prozent davon sind Hamburger.

Der Anteil der so genannten Straftaten gegen das Leben an der Statistik war gering. Die Polizei ermittelte in zwei Mordfällen, in drei Fällen wegen Totschlags, in vier Fällen wegen fahrlässiger Tötung und in einem Fall wegen Tötung auf Verlangen. Alle Fälle konnten aufgeklärt werden. Erfreulich: Die Fälle von sexuellem Missbrauch von Kindern sind im Jahr 2017 um 16 auf jetzt 30 Fälle (-34,8 Prozent) gesunken. Und auch das ist positiv: Die Aufklärungsquote bei diesen Delikten lag bei 90 Prozent.

Anstieg bei den Körperverletzungen

Angestiegen ist die Zahl der sogenannten Rohheitsdelikte. Mit 2558 Fällen registrierte die Polizei insgesamt 77 Taten mehr als im Vorjahr. Bereits 2016 war ein leichter Anstieg der Fallzahlen registriert worden. 1873 dieser Delikte sind Körperverletzungen. 2017 wurden der Polizei 83 Raubtaten angezeigt und damit neun Fälle oder 9,8 Prozent weniger als noch 2016.

Die Zahl der Ladendiebstähle sank laut Kriminalstatistik deutlich von 892 auf 784. Bei den Fahrraddiebstählen registrierte die Polizei nach einer Steigerung 2016 im vergangenen Jahr eine deutliche Abnahme um 13,7 Prozent auf 1772 Fälle festzustellen (2016: 2053). Allerdings werden zahlreiche Fahrraddiebstähle erfahrungsgemäß nicht angezeigt.

Bei den Diebstählen aus Kfz wurden 2017 genau 1164 Delikte registriert (2016: 1147). Ein entgegengesetzter Trend zeichnet sich bei den Diebstählen von Kfz ab. Die Fälle in diesem Bereich sanken um 23 Prozent auf 77 Fälle (2016: 100) und verringerten sich damit im zweiten Jahr in Folge deutlich. Die Zahl der Taschendiebstähle sank wieder und lag jetzt bei 302 Fällen (2016: 378 Fälle).

Wirtschaftskriminalität: Alle Fälle aufgeklärt

Der Anteil der Wirtschaftskriminalität im Kreis Pinneberg nahm nach einem Anstieg zuvor im vergangenen Jahr ab. Alle 161 Fälle erfassten Fälle in diesem Deliktsbereich konnten aufgeklärt werden. Die Schadenssumme, die dabei entstand, lag 2017 bei knapp 7,2 Millionen Euro und sank damit im Vergleich zu 2016 um knapp 17 Millionen Euro.

Die Zahl der ermittelten Tatverdächtigen unter 21 Jahren ist im Jahr 2017 leicht angestiegen, nachdem sie in den beiden Jahren zuvor noch gesunken war. Sie liegt nun bei 1525 Tatverdächtigen (2016: 1502 Tatverdächtige) und hat damit um 23 Tatverdächtige zugenommen.

Jugendtypische Delikte sind Raub (2017: 33,9 Prozent unter 21 Jahre, 2016: 46,2 Prozent), Sachbeschädigung (2017: 35 Prozent, 2016: 31,8 Prozent), Diebstahl (2017: 30,2 Prozent, 31,2 Prozent) und Körperverletzungen (2017: 22,4 Prozent, 2016: 18,6 Prozent). Bei den gefährlichen und schweren Körperverletzungen liegt der Anteil der unter 21-Jährigen bei 32,8 Prozent (2016: 25,8 Prozent).

Die Leitung der Kriminalpolizei zeigte sich zufrieden mit dem erneuten Rückgang der Straftaten im Kreis Pinneberg und der Aufklärungsquote von gut 50 Prozent. „Die Bekämpfung des Wohnungseinbruchdiebstahls ist nach wie vor ein deutlicher Schwerpunkt in der Arbeit der Polizei im Kreis Pinneberg“, so Sarah Lampe, Leiterin der Kriminalpolizeistelle Pinneberg, und Stefan Kiehl Leitung der Kriminalinspektion Bad Segeberg. Nach wie vor stelle die Aufmerksamkeit der Bevölkerung in diesem Bereich eine enorme Hilfe dar. Lampe und Kiehl kündigten an, dass die Polizeidirektion Bad Segeberg die „Soko Wohnung“
auch nach der einbruchträchtigen dunklen Jahreszeit aufrechterhalten werde.

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