Zweistellige Minusgrade : Der Kreis Pinneberg im Klammergriff der Kälte

Meike Richter und Bodo Söth vom Baubetriebshof der Stadt Uetersen trotzen der klirrenden Kälte.

Meike Richter und Bodo Söth vom Baubetriebshof der Stadt Uetersen trotzen der klirrenden Kälte.

In Baumschulen und auf dem Bau herrscht Stillstand. Entwarnung hingegen gibt es in den Notaufnahmen.

shz.de von
01. März 2018, 10:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Am meisten mussten die Lübecker bibbern: Minus 20,1 Grad Celsius waren dort in der Nacht zu Mittwoch der Frostrekord für Schleswig-Holstein. An der Messstation in Quickborn lag der kälteste Wert bei minus 13 Grad. Die zweistelligen Winter-Werte machen vielen Menschen zu schaffen und haben auch Auswirkungen auf die Arbeitswelt.

Den Baumschulen kommt der Zeitpunkt der Eiseskälte ungelegen. „Derzeit ruht die Arbeit. Frost an sich ist zwar kein Riesenproblem. Aber nach den Stürmen und Regenmassen im vergangenen Jahr brauchen wir endlich mal eine Phase, in der wir unsere Pflanzen aus der Erde holen können. Und unsere Abnehmer müssen pflanzen können. Sonst stagniert der Absatz“, sagt Axel Huckfeldt, Vorsitzender des Landesverbands Schleswig-Holstein im Bund deutscher Baumschulen. Viele Mitarbeiter würden nun Überstunden abbauen. In Huckfeldts Betrieb, den Sievers Baumschulen in Horst, gebe es derzeit eine Vier-Tage-Woche.

Nichts geht im Bau

Im Bau geht zurzeit überhaupt nichts mehr – egal ob in der Tiefe oder in der Höhe. „Unsere Baustellen liegen seit einer Woche alle still“, sagt Hartmut Thede vom Elmshorner Wohnungsunternehmen Semmelhaack. „Man kann derzeit mit Beton nicht arbeiten, man kann nicht mauern, keine Fundamente schütten oder im Außenbereich arbeiten, weil der Boden gefroren ist“, erklärt Thede. Oberbauleiter Arne Bielenberg rechnet aber damit, dass Mitte nächster Woche weitergebaut werden kann. „Und ein bis zwei Wochen holen wir locker wieder auf.“ Ähnlich geht es Christian Brassat, Geschäftsführer des Elmshorner Straßen- und Tiefbauunternehmens Uhl. Seit Montag steht die Arbeit still, unter anderem auch auf der Baustelle der neuen Rettungsleitstelle. Für Mitarbeiter im Bau gibt es eine spezielle Schlecht-Wetter-Regelung – die Unternehmen überbrücken die Zeit unter anderem mit Hilfe staatlicher Zuschüsse und aufgesparter Überstunden.

Dicke Winterjacken

In Uetersen kennt man offenbar kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. Das gilt auch für die Mitarbeiter des städtischen Baubetriebshofs, die trotz klirrender Kälte gestern ausrückten, um Robinien zu schneiden und Weiden zu köpfen. Ihre dicken Winterjacken und -hosen machen es möglich. Das gilt auch für die Kleinen von der Waldkita im Pinneberger Fahlt sowie von der Kita Waldstraße – Bauspielplatz. Spielen an der knackig kalten Frischluft: kein Problem. Entwarnung gibt es aus der zentralen Notaufnahme der Regio-Kliniken. Pressesprecherin Birga Berndsen sagt: „Bis jetzt haben die Witterungsbedingungen keine Auswirkungen auf die Behandlungszahlen.“

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