Platzproblem im Kreishaus : Der Kreis Pinneberg braucht dringend neue Räume

In dem ehemaligen Talkline-Gebäude an der Kurt-Wagener-Straße in Elmshorn ist der Großteil der Kreisverwaltung angesiedelt.
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In dem ehemaligen Talkline-Gebäude an der Kurt-Wagener-Straße in Elmshorn ist der Großteil der Kreisverwaltung angesiedelt.

SPD-Fraktionschef im Pinneberger Kreistag schlägt Anmietung von dezentralen Räumlichkeiten vor. Behörde prüft mehrere Optionen.

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28. Juli 2015, 12:15 Uhr

Elmshorn | Die vom Pinneberger Kreistag bewilligten 23 neuen Stellen bei der Kreisverwaltung stellen die Behörde vor Herausforderungen: Der Platz in dem zirka 14.300 Quadratmeter großen Kreishaus an der Kurt-Wagener-Straße in Elmshorn reicht voraussichtlich nicht aus, um die neuen Mitarbeiter unterzubringen. Deshalb arbeitet die Kreisverwaltung laut Sprecher Oliver Carstens derzeit an „Lösungen“. Das bedeutet: Sie spricht derzeit mit verschiedenen Vermietern und lotet aus, welche Räumlichkeiten an welchen Standorten gemietet werden könnten. SPD-Fraktionschef Hans-Helmut Birke spricht sich in dem Zuge für eine Dezentralisierung der Kreisverwaltung aus.

Sommer 2011: Etwa 500 Mitarbeiter der Pinneberger Kreisverwaltung wuseln durch die Korridore des damaligen, maroden Kreishauses an der Lindenstraße in Pinneberg. Packen Akten, Schreibutensilien und persönliche Habe in zirka 19.000 Kartons. Zudem werden 5500 Möbelstücke zum Transport vorbereitet. Denn die Tage, in denen die Beamten und Angestellten noch in der City der Kreisstadt arbeiten sollen, sind gezählt. Schon im Herbst steht der Umzug ins ehemalige Talkline-Gebäude an der Kurt-Wagener-Straße im Süden Elmshorns an. Das hatte die Politik mit den Stimmen von CDU, FDP und der Kreiswählergemeinschaft Pinneberg (KWGP) 2009 beschlossen.

Der Grund: Das alte Kreishaus befand sich in einem desolaten Zustand, Betonplatten drohten von der Fassade zu fallen. Und anstatt es zu sanieren, wie es SPD, Grüne und Linke favorisierten, drängte der ehemalige Landrat Wolfgang Grimme (CDU) seine Partei und ihre Partner, das Gebäude mit etwa 14.300 Quadratmetern Fläche im Industriegebiet für etwa 1,8 Millionen Euro Warmmiete im Jahr für 25 Jahre zu mieten. Der Lob für das Projekt war groß: Schönere Büros, besserer Bürgerservice sollten die Folge sein.

Doch schon jetzt, vier Jahre später, steht fest: Die gemieteten Flächen reichen nicht aus. „Die Kreisverwaltung platzt aus allen Nähten“, teilte der Fraktionsvorsitzende der SPD im Pinneberger Kreistag, Hans-Helmut Birke, gestern mit. Für 23 neue Mitarbeiter fehle Platz. Der Elmshorner Sozialdemokrat schlug vor, neue Räume zu mieten, allerdings dezentral. „Wir müssen mit Teilen der Verwaltung weg vom standortfernen Kreishaus in Elmshorn“, sagte er. Birke könne sich etwa vorstellen, dass von einer Ausgliederung vor allem die sozialen Dienste sowie die Ausländerbehörde betroffen sein könnten.

Oliver Carstens, Sprecher der Kreisverwaltung Pinneberg, räumte auf Anfrage dieser Zeitung ein, dass es „etwas eng“ im Kreishaus werde. „Wir sind aber bereits dabei, Lösungen zu entwickeln und stehen mit einigen Vermietern von Räumlichkeiten in Verhandlungen.“ Aufgrund der noch laufenden Vertragsverhandlungen wolle er dazu keine Einzelheiten nennen. „Sagen kann ich aber schon, dass wir mehrere Eisen im Feuer haben und keine Option ausschließen.“

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