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Bürgermeisterwahl in Uetersen : Der Krawall auf der Infoveranstaltung bleibt aus

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

die Informationsveranstaltung zur Bürgermeisterwahl verläuft bis auf ein beschädigtes Fahrzeug in der Nähe friedlich.

shz.de von
erstellt am 12.Sep.2014 | 16:00 Uhr

Uetersen | Gelegentlich ist die Tatsache, dass nichts passiert ist, auch eine Nachricht wert. So auch bei der Podiumsdiskussion zur Bürgermeisterwahl in Uetersen am Mittwochabend in der Mensa. Keine Ausschreitungen von der Antifa, keine randalierenden Rechtsradikalen, keine Demonstrationen – und auch inhaltlich wurde den rund 450 Zuhörern recht wenig geboten. Viele Plattitüden, wenig Tiefgang, nur selten grenzten sich Möbius und Faust in den Positionen voneinander ab.

Ein bisschen Wirtschaft, ein bisschen Zukunft, ein bisschen Image: Moderator Carsten Kock befragte locker und charmant Andreas Faust (CDU), den unabhängigen Kandidaten Bernd Möbius sowie das ehemalige NPD-Mitglied Steffen Peter. Amtsinhaberin Andrea Hansen (SPD) war zu Hause geblieben, weil sie im Vorfeld für sich entschieden hatte, dass eine Diskussion mit einem NPD-nahen Bewerber eine „hochproblematische Veranstaltungskonstruktion“ sei. In Anbetracht der Sicherheitsbedenken der Polizei wollte sie durch ihre Absage „Schaden von Bürgern und Polizei fernhalten“.

Dass diese Angst vor Ausschreitungen unbegründet war, zeigte sich dann an der sehr ruhig verlaufenden Veranstaltung. Selbst Zwischenrufe gab es nur selten. Unter den Besuchern hat die Polizei nach eigenen Angaben 15 Personen aus dem linken und sechs Personen aus dem rechten Spektrum identifiziert. Diese verhielten sich aber friedlich. In unmittelbarer Nähe kam es jedoch zu einer Sachbeschädigung an einem Fahrzeug. Die Ermittlungen dazu laufen.

Während der Debatte konnte Möbius Sympathiepunkte holen, als er ankündigte, als erste Amtshandlung wolle er sich ein Tattoo stechen lassen mit einem Uetersen-Motiv. Seine Geburtsstadt wolle er zur Umwelthauptstadt machen. Der Bewerber schlug als erste Aktion eine Menschenkette gegen das Töten von Delfinen in Japan vor. Das Image Uetersens als „Rosen- und Hochzeitssstadt“ fand er verstaubt und „ausgelutscht“. Die meisten Rosen in der Stadt seien ohnehin eingesperrt.

Faust hingegen glaubt weiterhin an das bisherige Image als „Rosen- und Hochzeitsstadt“. Er punktete beim Publikum mit seinem klaren Bekenntnis, das Breitbandnetz in Uetersen schnell für alle ausbauen zu wollen. Zudem wolle er den Mittelstand stärken, den Kontakt mit der Wirtschaft vor Ort intensivieren, die Fußgängerzone stärken und die Arbeitsplätze im Ort halten. „Kleine, mittelständische Unternehmen sind das Rückgrat der Stadt“, sagte er. Möbius stimmte seinem Mitbewerber in den wirtschaftlichen Punkten uneingeschränkt zu.

Er wolle sich zudem dafür einsetzen, dass junge Start-Up-Unternehmen finanzielle Unterstützung von der Stadt erhalten. Zudem rief er auf, das eigene Einkaufsverhalten zu hinterfragen und weniger im Internet zu bestellen, um die lokalen Geschäfte zu unterstützen.

Zur finanziellen Situation bekannten sich Faust und Möbius zur Sparpolitik der Stadt, um den Haushalt zu konsolidieren. Auf die Frage, warum er der Satzung um die Regenwassergebühr zugestimmt habe, sagte er, zu dem Zeitpunkt sei er noch nicht im Rat gewesen. „Wir müssen das jetzt aufarbeiten und mit Heidgraben eine Lösung finden.“ Wie berichtet, hatte das Oberverwaltungsgericht der Klage von 17 Bürgern rechtgegeben. Die Stadt muss nun zu viel gezahltes Geld für die Entsorgung des Niederschlagswassers zurückzahlen.

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