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Bürgermeister in Prisdorf : Der Kandidaten-Check

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Gemeindevertreter entscheiden am 9. Mai in Prisdorf. Holger Splettstößer (CDU) und Rolf Schwarz (BBP) im direkten Vergleich.

shz.de von
erstellt am 04.Mai.2016 | 13:00 Uhr

Rolf Schwarz / Alter: 61 Jahre / Familienstand: verwitwet / Zwei Kinder / Beruf: Geschäftsführer / Partei-Zugehörigkeit: Bürgerblock Prisdorf (BBP)

Prisdorf | Rolf Schwarz / Alter: 61 Jahre / Familienstand: verwitwet / Zwei Kinder / Beruf: Geschäftsführer / Partei-Zugehörigkeit: Bürgerblock Prisdorf (BBP)

Holger Splettstößer / Alter: 44 Jahre / Familienstand: Verheiratet / Zwei Kinder / Beruf: Selbstständiger Gas- und Wasserinstallateur / Partei-Zugehörigkeit: CDU

Holger Splettstößer / Alter: 44 Jahre / Familienstand: Verheiratet / Zwei Kinder / Beruf: Selbstständiger Gas- und Wasserinstallateur / Partei-Zugehörigkeit: CDU

Wie charakterisieren Sie sich selbst?

Holger Splettstößer: Das hat mich noch nie jemand gefragt. Zielstrebig. Lösungsorientiert. Auf dem Bau kommt das von alleine. Mit einem Dickkopf wird man da nichts. Und ehrlich.

Rolf Schwarz: Ich bin ein allgemein interessierter,  pragmatischer Mensch. Von Beruf her bin ich es gewohnt, Lösungen zu suchen. Ich bin auch ein Familienmensch und ich  reise gern.

Warum sind Sie der bessere Bürgermeister?

Ich denke ich bin teamfähiger. Letztendlich muss man sich in der Politik einigen und Kompromisse eingehen. Da muss man auch mal zurückstecken und einen gemeinsamen Weg finden.

Ich bin der Erfahrene von uns beiden. Seit 30 Jahren mache ich Kommunalpolitik. Davon bin ich 26 Jahre im Gemeinderat. Ich habe schon  verschiedene Ämter ausgeübt. Ich bin Schulverbandsvorsteher. Da habe ich auch einen eigenen Haushalt zu verantworten. Ich war Finanzausschussvorsitzender, bin schon lange Fraktionssprecher und  stellvertretender Bürgermeister. Ich habe also  eine breite Erfahrung.

Welche Eigenschaften muss ein Bürgermeister haben?

Er muss Lust dazu haben und unglaublich kritikfähig sein. Es kommt selten jemand, der sagt: „Das hast du toll gemacht.“ Diejenigen, die kommen, haben eher etwas zu bemängeln oder sie kommen, wenn sie ein Problem haben.

Er muss zuhören können, Kontakt zu den Leuten haben. Er muss auch ehrlich sein und den Mut haben, unbequeme Entscheidungen zu treffen und Nein zu sagen. Das ist manchmal sehr schwierig. Ich hatte  auch Situationen, in denen es mir schwer fiel. Es ist  mein Anspruch, Nein sagen zu können.

Was ist Ihr Lieblingsplatz in Prisdorf?

Meine Terrasse.

Mein Zuhause. Das ist mein Anker.

Welche Projekte wollen Sie anschieben?

Breitband für Prisdorf. Da müsste dringend etwas passieren. Die Gewerbebetriebe nah an Pinneberg sind gut angeschlossen. Im Rest vom Dorf wird es schon schwieriger. Und ganz wichtig ist eine Lösung für die fehlenden Kindergartenplätze. Wir haben mit Kummerfeld gemeinsam eine Schule gebaut. Da sind zwei Gruppen mit den Miniforschern und  ein dritter Raum. Der wurde so konzipiert, dass es als Gruppenraum genutzt werden kann. Der Bürgerblock strebt ja an,  in der alten Schule in Kummerfeld unter der Leitung von Kummerfeld Plätze zu schaffen. Das ist aber für mich keine Lösung. Außerdem wären sonst Ausgleichszahlungen fällig.  Wir haben viel Geld in die Hand genommen und gebaut. Wir haben die Räumlichkeiten. Dann sollen wir sie auch nutzen.  Wichtig wäre auch ein Gewerbegebiet als Verlängerung  der Müßentwiete. Das fehlt hier. Ob das nun mit Pinneberg zusammen geschieht oder allein, muss man sehen. Es ist ja auch nicht immer ganz einfach mit Pinneberg. Entscheidend wäre, dass man die Erschließungsstraße  nutzen kann. Das Einfachste wäre, einen Investor zu finden.

Als Erstes steht das Problem an, dass wir nicht genug Kindergartenplätze haben. Ich bin mit der Gemeinde Kummerfeld im Gespräch. Es gibt ja den Vorschlag der CDU, dass wir in der Bilsbek-Schule eine zusätzliche Gruppe einrichten. Davon halte ich  nichts, weil wir dort zu wenig Platz haben. Das würde zu Lasten unserer Schulkinder gehen. Es würde außerdem das Konzept der Miniforscher gefährden. Ich stehe auch zu diesem System. Die Regenwasserproblematik haben wir auch noch. Die Sanierung der Rohre wird die Gemeinde stark belasten.  Des Weiteren bin ich sehr engagiert für das Projekt „Park and Ride“ und „Bike and Ride“. Und wir haben den Neubau der Bahnbrücke. 

Was läuft falsch in der Gemeinde?

Im Moment noch nichts. Wenn wir wirklich in die alte Schule gehen und dort Kindergartenplätze schaffen – das würde ich für falsch halten.

Falsch würde ich es nicht nennen. Dadurch, dass keine Partei oder Wählergemeinschaft die Mehrheit hat, müssen wir immer einen Kompromiss finden. Das ist auch ganz gut so.

Was ist Ihr Herzensthema?

Kindergarten und Breitband.

Besonders wichtig sind mir Kita und Schule. Dass die Gemeinden die Vernunft hatten, die Bilsbek-Schule zu bauen, war sehr zukunftsweisend. Die offene Ganztagsschule wäre sonst nicht möglich gewesen.

Stellen Sie sich vor, Sie hätten fünf Millionen Euro: Wie würden Sie das Geld für Prisdorf investieren?

Ich würde es für den Breitbandausbau nehmen. Die Vereine haben Bedarf. Für die Spielplätze werde ich Geld in die Hand nehmen. Und wir wissen noch nicht, was beim Regenwasserkataster auf uns zukommt. Und ich würde etwas auf die hohe Kante legen.

Ich würde einen größeren Teil in die Schule und die Kindergärten investieren. Ich weiß durch meine Arbeit als Schulverbandsvorsteher, dass mehr Sozialpädagogen an der Schule gebraucht werden. Es gibt immer mehr Kinder, die diesen Bedarf haben – auch in den Dörfern.

Der Bahnübergang ist häufig in der Kritik, weil die Schranken so lange unten sind. Wie lösen Sie dieses Problem?

Wenn die K22 gebaut wird, soll ja mehr Verkehr bei uns kommen. Ich glaube das aber nicht. Dadurch, dass die Schranke so lange zu ist, nimmt uns das auch Verkehr weg. Wenn man einen Tunnel bauen würde, hole ich mir mehr Autos in den Ort. Jeder weiß, dass es länger dauert und man an den Schranken stehen kann. Dann muss man eben mehr Zeit einkalkulieren. Das weiß jeder. Das ist das Gleiche am Bahnhof. Alle, die da über die Schranke springen, sind einfach zu spät losgefahren. Das ist ein hausgemachtes Problem. Jeder, der nach Hamburg mit dem Auto fährt, weiß  ja auch, dass er im Stau steht und fährt früher los.

In Prisdorf haben wir mit der Bahn eine tolle Infrastruktur. Man ist in 20 Minuten in Altona, in 23 Minuten beim Hauptbahnhof. Welche Gemeinde kann das schon von sich behaupten? Das macht Prisdorf sehr attraktiv. Die Wartezeiten an den Übergängen sind  ein Problem, das irgendwann gelöst werden muss. Im Augenblick will da keiner ran, weil es so viel  Geld kostet. Momentan ist es nicht finanzierbar. Aber irgendwann wird es nicht mehr gehen, weil die Zugfolge so eng ist,  dass man gar nicht mehr rüberkommt. Man wird langfristig nicht um einen Tunnel herumkommen.

Wie würden Sie Prisdorf fit für die Zukunft machen?

Ein Gewerbegebiet an der Müßentwiete bauen. Bei der Wohnbebauung würde ich moderat vorgehen – nicht so wie in Kummerfeld. Den Fehler haben wir schon vor 20 Jahren mit dem Schnickenfeld gemacht. Wenn man Baugebiete ausweist, muss auch die Infrastruktur da sein, zum Beispiel  Kindergartenplätze.

Die Themen, die ich als große Projekte genannt habe, sind die, die dran sind in den nächsten Monaten. Wir müssen auch in die Straßen und Feldwege investieren.  Die Gemeinde soll  wachsen, aber zurückhaltend, damit wir die Infrastruktur anpassen können. Man muss da einen  Weitblick haben.

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