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Quickborn : Der Kampf gegen Fluglärm geht weiter

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Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Quickborn, Hasloh und Norderstedt legen einen Zehn-Punkte-Katalog vor. Leisere Maschinen und gerechtere Verteilung gefordert.

Quickborn | Nach der Auflösung der Quickborner Interessengemeinschaft (IG) Flugschneise Nord war der Protest gegen den Fluglärm ins Stocken geraten. Mit einem Zehn-Punkte-Katalog, der unter anderem die strikte Einhaltung der Betriebszeiten für den Flugverkehr am Flughafen Hamburg fordert, starten die Eulenstadt sowie die ebenfalls von Fluglärm betroffenen Kommunen Hasloh und Norderstedt einen weiteren Versuch, ihre Bewohner zu entlasten. Denn fast die Hälfte aller Flüge vom und zum Airport Hamburg werden über dem Flugraum dieser Region abgewickelt. Von Januar bis August sind laut Statistik 45.055 Maschinen über Quickborn geflogen.

Wieso es zu diesem Positionspapier gekommen ist, teilte Bürgermeister Thomas Köppl (CDU) dem Ausschuss für Stadtentwicklung während seiner jüngsten Sitzung mit. Im Zuge eines Lärmaktionsplans hat die EU ein Konzept zur Bewertung und Bekämpfung von Umgehungslärm – insbesondere auch von Fluglärm – vorgegeben, um vorzugsweise schädliche Auswirkungen einschließlich Belästigungen zu verhindern, ihnen vorzubeugen oder sie zu vermindern. Im Klartext: Mit dem Lärmminderungsplan soll erreicht werden, dass die Anzahl der vom Fluglärm Betroffenen und die betroffene Fläche verringert werden.

„Aber auch die Bereiche Eisenbahn- und Straßenlärm, zum Beispiel auf der L 76, werden im Lärmaktionsplan erarbeitet. Ich rechne damit, dass er im Frühjahr 2015 vorliegen wird“, teilte der Bürgermeister mit.

Der Zehn-Punkte-Katalog sei mit dem schleswig-holsteinischen Umweltministerium und der für den Betrieb des Flughafens zuständigen Umweltbehörde in Hamburg abgestimmt. Auch der Flughafen als Betreiber wurde angehört, hieß es.

Die drei Kommunen fordern, die Verantwortlichen des Hamburger Flughafens mögen die Anzahl verspäteter Starts und Landungen weiter reduzieren und diese nur in Ausnahmefällen genehmigen. Außerdem soll die Flugsicherung die Genehmigung für verkürzte Sichtanflüge nur noch aus Sicherheitsgründen erteilen. Eine weitere Forderung besagt, dass der Lärmzuschlag, den die Betreiber von lauten Flugzeugen beim Landen zahlen müssen, in den sensiblen Tageszeiten weiter angehoben werden soll. Der Königsweg wäre, dass der Airport den Einsatz leiser Flugzeuge verstärkt fördere, so eine weitere Forderung.

Darüber hinaus sollen die Starts und Landungen nach 22 Uhr und zwischen 6 und 8 Uhr auf einer der vier Start- und Landebahnen gebündelt und damit die Lärmbelastung gerecht verteilt werden.
Sogenannte standardisierte Instrumenten-Lande-System-Anflüge sollen die Regel werden. Dadurch sollen die Maschinen erst in größerer Höhe und später als bisher abdrehen – die Folge ist eine geringere Lärmbelastung für die Anwohner. Des Weiteren soll der Flughafen sein freiwilliges Lärmschutzprogramm ausweiten.

Schon einmal hatten die betroffenen Kommunen und die IG einen Neun-Punkte-Plan auf den Weg gebracht – mit wenig Erfolg. „Es handelt sich um eine ausführliche Lärmberechnung. Der Lärmaktionsplan ist eine Leitlinie für zukünftiges Handeln. Ob sich der Flughafen daran halten wird, bleibt offen. Lärmaktionsplan heißt nicht Lärmumsetzung“, lautet Köppls Einschätzung.

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erstellt am 23.Okt.2014 | 10:00 Uhr

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