Kreis Pinneberg : Der Jugendring attackiert die Ampelkoalition

Der Kreisjugendring (KJR) Pinneberg wirft den Sozialdemokraten sowie deren Juniorpartnern, den Grünen und den Liberalen, Wortbruch vor.
Der Kreisjugendring (KJR) Pinneberg wirft den Sozialdemokraten sowie deren Juniorpartnern, den Grünen und den Liberalen, Wortbruch vor.

Der Streitpunkt: SPD, Grüne und FDP wollen jährlichen 40.000-Euro-Zuschuss für „Haus der kleinen Forscher“ ab 2015 streichen.

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09. Dezember 2014, 12:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Die Ampelkoalition aus SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP will am Mittwoch, 17. Dezember, im Pinneberger Kreistag den Doppelhaushalt 2015/2016 auf den Weg bringen. Dieser sieht einen Überschuss vor. Einen Überschuss, der unter anderem durch die Streichung von Zuschüssen im Bereich der frühkindlichen Bildung zustande kommen soll. Das kritisiert nun der Kreisjugendring (KJR) Pinneberg und wirft den Sozialdemokraten sowie deren Juniorpartnern, den Grünen und den Liberalen, Wortbruch vor: „Die jetzigen Aussagen der Politiker widersprechen komplett den Aussagen der jeweiligen Wahlprogramme“, schreiben KJR-Vorsitzender Andreas Dirbach und KJR-Geschäftsführer Ingo Waschkau in einer gemeinsamen Medieninformation. Konkret richtet sich die Kritik an die geplante Streichung eines jährlichen Zuschusses von 40.000 Euro für das Projekt „Haus der kleinen Forscher“, das laut KJR aktuell an 95 Kindertagesstätten sowie drei Grundschulen im Zusammenspiel mit 315 pädagogischen Fachkräften im Kreis Pinneberg umgesetzt wird. Damit erreicht das Projekt zur frühkindlichen Bildung mehr als 5400 Mädchen und Jungen in der Region. „Es kann nicht sein, dass auf Kosten der Entwicklung von Kindern der Haushalt saniert wird“, sind sich Dirbach und Waschkau einig.

„Die Aussage ‚Frühkindliche Bildung ist die Voraussetzung für eine chancengerechte Gesellschaft, in der nicht mehr die soziale Herkunft der Eltern über den schulischen Erfolg der Kinder bestimmt‘ können wir voll unterstützen – sie stammt aus dem Wahlprogramm der Grünen im Kreis Pinneberg“, schreiben Dirbach und Waschkau. Auch der Satz aus dem Wahlprogramm der SPD zur jüngsten Kommunalwahl: „Als wichtigste Grundlage für eine erfolgreiche berufliche Zukunft sind gute Bildung und Ausbildung wesentliche Bestandteile und Grundlagen für die persönliche Entwicklung junger Menschen“, könnte das KJR-Team unterstreichen, ebenso die Behauptung der FDP während des Kommunalwahlkampfs 2013: „Bildung beginnt im Kindergarten.“ Umso verwundert seien Dirbach und Waschkau, dass die drei Parteien nun die Förderung streichen wollen.

Ernst Dieter Rossmann, Bundestagsabgeordneter aus Elmshorn sowie bildungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, der das Projekt auf Bundesebene unterstützt, sagte dazu, dass seine Partei grundsätzlich hinter dem „Haus der kleinen Forscher“ stünde. Es gebe lediglich keinen Extra-Zuschuss mehr. Der KJR habe aber ja noch einen Gesamtetat, aus dem das Projekt bezahlt werden könne, fügte Rossmann an.

Das Projekt „Haus der kleinen Forscher“ soll die tägliche Begegnung mit Naturwissenschaften, Mathematik und Technik dauerhaft und nachhaltig in Kindertagesstätten und Grundschulen in Deutschland verankern. Darauf haben sich CDU, CSU und SPD im Koalitionsvertrag der Bundesregierung geeinigt. Das unter der Schirmherrschaft von Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) stehende Projekt bietet pädagogischen Fachkräften mit Fortbildungen in lokalen Netzwerken wie beim Kreisjugendring Pinneberg, mit Materialien und Anregungen praxisnahe Unterstützung. Eltern und weitere Bildungspartner werden dabei einbezogen. Das „Haus der kleinen Forscher“ soll Begeisterung für naturwissenschaftliche Phänomene und technische Fragestellungen wecken und langfristig zur Nachwuchssicherung der entsprechenden Berufsfelder beitragen. www.haus-der-kleinen-forscher.de
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