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Komet platzt aus allen Nähten : Der Jugendclub in Pinneberg leidet unter Kapazitätsproblemen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Eine ursprünglich geplante Erweiterung droht jetzt wegen der aktuellen Haushaltskrise zu scheitern.

von
erstellt am 10.Feb.2016 | 14:00 Uhr

Pinneberg | Es ist eine Zeit zwischen Hoffen und Bangen, die Saim Cetinkaya derzeit durchlebt. Wegen immer größeren Zulaufs möchte der Leiter des Pinneberger Jugendclubs Komet seine Einrichtung an der Straße An der Raa 3 gern erweitern. Doch trotz positiver Signale aus der Politik ist es mehr denn je unklar, ob die Bagger in naher Zukunft wirklich rollen.

Rückblende: Bereits im vergangenen Jahr hatte die Ratsversammlung die Erweiterung des Kometen um 100 Quadratmeter beschlossen. Das dafür notwendige Geld, 120.000 Euro, sollte in den Haushalt 2016 eingestellt werden. Doch nichts passierte: Ende Januar sah sich der Ausschuss für Kultur, Sport und Jugend deshalb genötigt, das Thema erneut auf die Tagesordnung zu setzen. Die Folge: Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos) sicherte die Bereitstellung der inzwischen auf 170.000 Euro gestiegenen Summe zu.

Doch weil infolge fehlender Jahresabschlüsse nun die Genehmigung des Haushalts für das laufende Jahr grundsätzlich zur Disposition steht, könnte auch dies hinfällig sein. „Dann würden freiwillige Leistungen wie die Komet-Erweiterung zuerst gestrichen“, sagt CDU-Fraktionschef Andreas Meyer. „Wir können im Moment leider nur abwarten“, sagt hingegen Cetinkaya.

Für den Komet-Chef, den alle nur „Kasi“ nennen, stellt die Vergrößerung seines Domizils, das er selbst aufgebaut hat, eine Herzensangelegenheit dar. Bis zu 40 Kinder und Teenager zwischen sechs und 14 Jahren würden die Container mit einer Gesamtfläche von 100 Quadratmetern täglich aufsuchen – Tendenz steigend. „Die zunehmende Zahl von Flüchtlingen spüren wir hier auch“, so Cetinkaya. Dazu komme der bereits laufende Wohnungsbau in unmittelbarer Nachbarschaft auf dem Eggerstedt-Areal, auf dem zudem eine Internationale Schule entstehen soll. „Mehr Kinder im Umfeld. Mehr Besucher bei uns. Die Kapazitäten sind aber jetzt schon so gut wie erschöpft“, so Cetinkaya, der aber eisern an einer Maxime festhalten will. „Ich werde niemals irgendjemanden wegschicken.“

Erneut Container oder ein massives Gebäude?

Die Verdopplung der Komet-Fläche sei deswegen zwingend notwendig. Der Art und Weise der Umsetzung misst der Komet-Leiter hingegen nicht ganz so viel Gewicht bei. Erneut Container oder ein massives Gebäude? Cetinkaya könnte mit beidem leben, auch wenn ihm letzteres lieber wäre. Ausreichend Platz auf dem Grundstück sei für alle Varianten vorhanden. Was die Aufteilung betrifft, so hat „Kasi“ hingegen sehr konkrete Vorstellungen. „Ein Raum für Gruppenarbeit und ein Aufenthaltsraum, in dem zum Beispiel auch ein vernünftiger Billardtisch aufgestellt werden kann“. Zudem benötige er Platz für „mädchenspezifische Arbeit“. „Mädchen sind bei uns bislang unterrepräsentiert“, sagt er.

Sollten wegen des Haushalt-Dramas alle Stricke in Sachen Erweiterung reißen, wäre laut Fraktionschef Meyer auch eine Finanzierung über private Sponsoren eine Alternative. Dem wolle man nun nachgehen.

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