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Anstoss – Die Fussball-Kolumne : Der HSV weiß nicht, wo er steht

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Gerade bei der Abwehr stellt sich die Frage, ob sie in der Bundesliga konkurrenzfähig ist - sagt Lars Zimmermann.

shz.de von
erstellt am 13.Aug.2017 | 10:00 Uhr

Hamburg | Wenigstens lief die Vorbereitung nicht so chaotisch wie bei Rekordmeister Bayern München ab. Aber von einem Aufgalopp, der Hoffnungen auf eine erfolgreiche Saison weckt, ist auch der HSV so weit entfernt wie Donald Trump von einem Tag ohne neue Twitter-Nachrichten. Die Testspiele verliefen durchwachsen, die Verpflichtung von Verstärkungen für die Defensive ließen auf sich warten, Hoffnungsträger wie Kyriakos Papadopoulos und Filip Kostic hatten oder haben mit Blessuren zu kämpfen, dazu der Ärger um den Vertragspoker mit Flügelflitzer Nicolai Müller - es lief in den vergangenen Wochen nicht wirklich rund bei den Hamburgern.

Die Stimmung ist dementsprechend angespannt. Gerade bei der Abwehr stellt sich die Frage, ob sie in der Bundesliga konkurrenzfähig ist. Angesichts dieser Vorzeichen ist ein Erfolg in Osnabrück von ungeheurer Bedeutung. Nach einem Sieg dürfte zwar keine Euphorie ausbrechen. Nach einer Niederlage wäre die Laune bei Führung, Mannschaft und Fans aber schon vor dem Bundesliga-Auftakt in der kommenden Woche gegen Augsburg im Keller. Die Hamburger hätten sich damit wieder einmal zum Gespött Fußball-Deutschlands gemacht und das Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit wären ebenso wie die Aussicht auf weitere Einnahmen aus den nächsten Pokalrunden endgültig weg. Für ein ohnehin äußerst fragiles Gebilde wie den HSV könnte eine Pleite deshalb fatale Folgen haben.

Dass dieser Super-Gau eintritt, ist allerdings relativ unwahrscheinlich. Die Hamburger wissen noch nicht genau, wo sie stehen. Die Osnabrücker schon. Sie befinden sich nach dem Fehlstart in der dritten Liga bereits im Krisenmodus. Unter diesen Voraussetzungen müsste der HSV es eigentlich schaffen, einen Drittligisten aus dem Pokal zu werfen.

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