Anstoss – Die HSV-Kolumne : Der HSV ist nicht mehr zu retten

Hängende Köpfe bei den HSV-Spieler nach der Niederlage gegen Mainz 05 im Volksparkstadion.

Hängende Köpfe bei den HSV-Spieler nach der Niederlage gegen Mainz 05 im Volksparkstadion.

Nach dem 0:0 gegen FSV Mainz 05 ist der Klassenerhalt ähnlich wahrscheinlich wie sechs Richtige im Lotto.

shz.de von
04. März 2018, 10:00 Uhr

Hamburg | Das war der Gnadenstoß. Nachdem der HSV es trotz einer ordentlichen Leistung nicht mal geschafft hat, die in der Rückrunde so schwachen Mainzer zu besiegen, stellt sich die Frage, gegen wen der Dino überhaupt noch gewinnen will. Zumindest haben die Hamburger nun Planungssicherheit. Der Klassenerhalt ist jetzt ähnlich wahrscheinlich wie sechs Richtige im Lotto. 

Ein Sieg gegen Mainz wäre die letzte Möglichkeit gewesen, noch um Platz 16 und die Relegation gegen den Dritten der zweiten Liga zu kämpfen. Diese Chance wurde vergeben. Nun kann der Dino nur noch darauf hoffen, nicht als Tabellenletzter die Bundesliga zu verlassen. Das wird schon schwer genug. Aber so weh es auch tut: Es gab wohl kaum einen Abstieg in den vergangenen Jahren der so verdient ist wie der des HSV. Der Gang in die zweite Liga ist die verdiente Quittung für jahrelange Unfähigkeit auf und neben dem Platz.

 

Es bleibt nur noch zu hoffen, dass sich der Dino mit Anstand verabschiedet. Davon ausgehen sollte man jedoch nicht. Der Prozess der Selbstzerfleischung hat nämlich längst begonnen. Schon seit Wochen scheinen Personaldiskussionen um die Zukunft von Trainer Bernd Hollerbach, Sportchef Jens Todt und Vorstands-Boss Heribert Bruchhagen den Dino mehr zu beschäftigen als das Geschehen auf dem Platz. Vor allem bei Todt dürfte es eher eine Frage von Tagen als von Wochen bis zu seiner Entlassung sein.

HSV-Kolumnist Lars Zimmermann.
PT

HSV-Kolumnist Lars Zimmermann.

 

Bruchhagen hat wohl eine Gnadenfrist bis zum Ende der Saison und Hollerbach darf sich zumindest am kommenden Sonnabend noch die obligatorische Niederlage in München abholen. Sollte die Pleite bei den Bayern zu deftig ausfallen, könnte auch er nach nicht mal zwei Monaten auf der HSV-Trainerbank schon wieder Geschichte sein. Dass Hollerbach den HSV auch in der zweiten Liga trainiert, ist jedenfalls nicht zu erwarten.

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