Anstoss – Die HSV-Kolumne : Der HSV hat noch keine stabile Mannschaft

Kolumnist Lars Zimmermann.

Kolumnist Lars Zimmermann.

Die erste Zweitliga-Saison des HSV hat ziemlich durchwachsen begonnen. Die Diagnose unseres Kolumnisten Lars Zimmermann.

shz.de von
26. August 2018, 10:00 Uhr

Hamburg | Ein miserabler, ein gelungener und ein mittelmäßiger Auftritt – die erste Zweitliga-Saison des HSV hat ziemlich durchwachsen begonnen. Wer geglaubt hat, dass die Hamburger durchmarschieren und der Aufstieg nur Formsache ist, dürfte schon jetzt eines Besseren belehrt worden sein. Denn toll war es nicht, was die Rothosen bisher abgeliefert haben.

Chancenverwertung und Defensivverhalten

Gegen Kiel waren die Chancenverwertung und das Defensivverhalten katastrophal, im Pokal gegen Erndtebrück war die Sorglosigkeit erschreckend, mit dem der HSV einen hoffnungslos unterlegenen Gegner wieder aufbaute. Ein Grund für die wechselhaften Leistungen ist, dass etliche der eigentlich als Stützen eingeplanten Spieler bisher nur durchschnittliche oder sogar schlechte Leistungen abliefern. Tatsuya Ito und Lewis Holtby konnten beispielsweise bisher nicht einmal annähernd an ihre guten Darbietungen in der Endphase der vergangenen Bundesligasaison anknüpfen. Auch Gotoku Sakai hat bisher viel zu wenig gezeigt. Positiv stachen die Neuzugänge Khaled Narey und Orel Mangala sowie Rick van Drongelen heraus. Von einem stabilen Gebilde ist der HSV aber momentan noch weit entfernt.

Torwartspiel modifizieren

Deswegen wäre es empfehlenswert, wenn Trainer Christian Titz seine Vorstellungen vom Torwartspiel modifiziert und die Keeper sich aufs Halten der Bälle konzentrieren. Dass technisch limitierte Innenverteidiger und fußballerisch ausbaufähige Torhüter Ballstafetten im eigenen Strafraum veranstalten, ist derzeit nicht mutig, sondern eher waghalsig. Julian Pollersbeck und David Bates sind nicht Manuel Neuer und Mats Hummels. Schöner Fußball wie ihn Titz anstrebt, ist toll. Allerdings muss man die Taktik anpassen, wenn das Team dem Anspruch nicht gerecht werden kann.

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