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Ausstellung in Bönningstedt : Der Heimatverein zeigt Modellschiffe

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Zahlreiche Besucher strömten in das alte Rektorhaus an der Kieler Straße, um sich die Modelle des Bönningstedters anzuschauen.

Bönningstedt | Bis zu einem Jahr sitzt Ulrich Brauer an einem Modellschiff. Dabei achtet er auf jedes noch so kleine Detail bei seiner Arbeit: winzig kleine Bänke auf dem Deck, eine Leiter in Miniaturformat oder auch eine originalgetreue Nachbildung der Titanic. 32 seiner eigenen Modellschiffe zeigte Brauer nun während einer Sonderausstellung der Bönningstedter Heimatvereins. „Das sind fast alle, die ich besitze“, sagte Brauer mit einem Lachen im Gespräch.

Die Augen des Bönningstedters beginnen zu leuchten, sobald er über sein großes, beziehungsweise teilweise ganz kleines, Hobby spricht. Seit mehr als 25 Jahren sind Modellschiffe seine große Leidenschaft. Angefangen mit einem Baukasten, den ihm seine Freunde geschenkt haben – es war ein Baukasten für den Nachbau eines Mississippi-Dampfers – hat Brauer heutzutage auch andere Möglichkeiten für sich entdeckt, antike Schiffe nachzubauen. „Ich habe mir ein Taschenbuch gekauft mit Abbildungen alter Schiffe. Aus diesen Bildern entwerfe ich meine eigenen Modelle“, erklärte Brauer. Für den Schiffsmodellbauer ist es nichts anderes, als mit einem Baukasten mit fertig zugeschnittenen Teilen zu arbeiten „nur, dass man alles eben selber machen muss.“ Selbst mit Baukasten-Elementen sei man nicht vor Schwierigkeiten gefeit. „Es soll ja schließlich schön aussehen und da braucht man sehr viel Geduld, eine ruhige Hand und ein gewisses Auge für das Modell“, betonte der Modellbauer. Dabei mache es letztlich keinen Unterschied, ob das Modellschiff größer oder kleiner ist. „Der Arbeitsaufwand ist derselbe.“ Für Brauer scheint es Bestimmung gewesen zu sein, dieses Hobby zu entwickeln. In seiner Jugendzeit war er Mitglied der Marine. „Da habe ich eine Beziehung zu Schiffen und Wasser aufgebaut“, erinnerte er sich.

Über die Jahre ist eine Vielzahl an Modellen aus der Antike und der Neuzeit entstanden – darunter der Nachbau der 1912 untergegangenen Titanic, Galeonen, Flotten- und Seeschiffe, außerdem Buddel- oder auch Flaschenschiffe. „Bei den Buddelschiffen gehört es zum Brauch, die Flasche persönlich auszutrinken“, sagte Brauer mit einem Lachen. In Kleinstarbeit und mit gewieften Tricks kriegt er seine Schiffe durch die kleinen Flaschenöffnungen hindurch.

Für Brauer blieb es jedoch nicht bei einem Hobby, das er lediglich zu Hause ausübt. Im Jahr 2009 besuchte er mit seiner Frau das internationale Maritime Museum Hamburg. „Da habe ich gesehen, dass man sich für die Werkstatt des Museums bewerben kann. Das habe ich dann auch direkt versucht“, erinnerte sich Brauer. Und die Bewerbung hat sich gelohnt. Seit nun sieben Jahren arbeitet er ehrenamtlich mit einem kleinen Team in der Museumswerkstatt. „Wir restaurieren Schiffe und bauen aber auch neue“, erklärte er. An ein Aufhören denke er dabei noch lange nicht. „Ich bin da sehr gerne und man ist immer füreinander da und gibt sich gegenseitig wertvolle Tipps“, betonte Brauer.

Zahlreiche Besucher strömten in das alte Rektorhaus an der Kieler Straße, um sich die Modelle des Bönningstedters anzuschauen. Sehr zur Freude von Sigrid Duvigneau, Vorsitzende des Heimatvereins. „Wir freuen uns sehr über ein volles Haus“, betonte sie. Der Heimatverein veranstaltet im Jahr zwei bis drei Sonderausstellungen. „Das reicht uns auch vollkommen“, so Duvigneau. Wer die Sonderausstellung des Heimatvereins im alten Rektorhaus, Kieler Straße 120, verpasst hat, hat am Sonntag, 5. März, noch einmal die Möglichkeit, die Modellschiffe genauer unter die Lupe zu nehmen. Die Türen sind von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

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erstellt am 15.Feb.2017 | 16:00 Uhr

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