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Asterix im Internet : Der Häuptling kommt aus Pinneberg

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

120.000 Besucher im Monat: Marco Mütz aus der Kreisstadt betreibt das weltweit größte Asterix-Portal im Netz.

„Wir befinden uns im Jahre 50 vor Christus. Ganz Gallien ist von den Römern besetzt. . . Ganz Gallien? Nein!“ Diese Einleitung hat heute nicht nur unter Comic-Fans Kultstatus. Seitdem der erste Band 1959 in Frankreich erschien, hat sich eine große Fangemeinde gebildet. Auch im Internet: Dort heißt das weltweit größte Portal rund um die Gallier comedix.de – und der Betreiber kommt aus Pinneberg.

Seit 15 Jahren pflegt Marco Mütz die Seite nun schon. Mitte der 1990er Jahre steckte das Internet vor allem im deutschsprachigen Raum noch in den Kinderschuhen. Im Falle seines Asterix-Portals hatte Mütz allerdings auch Glück: „Die Anwälte der Asterix-Rechteinhaber gingen damals rigoros gegen Urheberrechtsverletzungen vor“, sagt der 47-Jährige. Viele Portale mussten daraufhin abgeschaltet werden, um nicht mit Klagen überzogen zu werden. Bei Mütz’ Seite comedix.de war dies allerdings anders: „In meinem Fall wurde es gedultet. Später, als die Seite immer mehr wuchs, habe ich seitens des deutschen Verlages sogar Unterstützung bekommen.“ So bekommt er inzwischen Infos frühzeitig, noch bevor sie auf anderen Info-Portalen zu finden sind.

Mittlerweile kommen im Monat etwa 120 000 Besucher, um sich über die Comic-Reihe und die unzähligen Details zu informieren. Für Mütz, den seine Community liebevoll als ihren „Häuptling“ bezeichnet, ist das Projekt trotz seiner Größe nicht mehr als ein Hobby, mit dem er kein Geld verdient. Die Seite kommt ohne Werbung aus. „Ich investiere im Durchschnitt zwei bis drei Stunden in der Woche in die Seite“, berichtet er. In seinem „richtigen“ Leben ist Mütz in der Erwachsenenbildung in Hamburg tätig.

Seine Seite ist in den vergangenen 18 Jahren inhaltlich stetig gewachsen. Interessierte können sich über die mehr als 200 Charaktere der Comics detailliert informieren. Es gibt Informationen über die Autoren, eine Erläuterung über die Entstehungsgeschichte eines Comics, Berichte über Asterix und Hinweise zur Übersetzung ins Deutsche.

Auch kuriose Kategorien haben es auf die Seite geschafft: So wurden Asterix und Obelix’ Taten mit dem deutschen Strafrecht verglichen. In der Zusammenfassung kommen die beiden auf neun Geldstrafen, fünf Bewährungsstrafen und 254 Jahre und sechs Monate Freiheitsstrafe (Asterix) sowie 436 Jahre und sechs Monate Freiheitsstrafe (Obelix). Auch haben. Eine weitere interessante Kategorie ist die Tierzählung. So kommen zum Beispiel 431 Pferde, 129 Hühner, 103 Ochsen und 98 Wildschweine in den Alben vor – doch nur eine Katze.

„Viele Ideengeber und Helfer gestalten die Inhalte mit“, berichtet Mütz. So hat beispielsweise ein Lateinlehrer alle lateinischen Zitate aus den Comic-Alben zusammengetragen und mit den korrekten Quellen versehen. „Von so etwas lebt die Seite“, sagt Schütz.

Er selbst sei Mitte der 1990er Jahre eher zufällig auf das Thema rund um die beiden Kultfiguren gestoßen. „Ich wollte irgendetwas mit dem Internet machen.“ Seitdem habe er sich stark mit den Comics auseinandergesetzt. „Ich würde mich aber weder als Fan noch als Sammler bezeichnen.“

Den 35. Band „Asterix bei den Pikten“ bekommt Mütz auch erst mit dem offiziellen Erscheinen. Er hat sich aber bereits das kommende Wochenende geblockt, um die vielen neuen Details in seine Seite einzupflegen.

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erstellt am 23.Okt.2013 | 06:00 Uhr

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