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Pinneberg : Der Grundstücks-Deal mit der Wabe ist geplatzt

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Stadt Pinneberg und der Bildungsträger haben sich auf eine Rückabwicklung geeinigt. Politischer Beschluss morgen Abend.

von
erstellt am 16.Mär.2016 | 16:00 Uhr

Pinneberg | Aufgeschoben ist nicht aufgehoben? Vonwegen. In Pinneberg wird dieses Sprichwort jetzt ausgehebelt: Der lang gehegte Traum vom XL-Campus auf dem Kasernen-Areal platzt. Denn immer wieder wurde die Zahlung vom Bildungsträger Wabe an die Stadt Pinneberg verschoben. Und jetzt – nach fast drei Jahren– wird der Kaufvertrag aufgehoben. Eine Rückabwicklung ist geplant. 

Über Jahre räumte man der Wabe Fristverlängerungen ein, um die 1,3 Millionen Euro für ein Grundstück auf dem Eggerstedt-Areal zu zahlen. Auf der 7500 Quadratmeter großen Fläche sollte eine Akademie für Erzieher entstehen. Gleich neben der Internationalen Schule, die sich derzeit im Bau befindet, und der bereits fertiggestellten Kindertagesstätte in der Straße An der Raa. Eigentlich sollte der Betrag bis zum 31. Januar dieses Jahres auf dem Stadtkonto eingehen.

„Die Akademie ist eins von mehreren Teilprojekten der Wabe. Unabhängig von der Akademie wird der Bildungsstandard von Pinneberg aufgewertet“, beschwichtigt Rathaussprecher Marc Trampe. „Die Verwaltung und die Wabe haben sich am Montag dahingehend geeinigt, dass aufgrund der Grundstücksbewertung des Innenministeriums eine Rückabwicklung des Kaufvertrages für das Grundstück der geplanten Wabe Akademie vorgenommen wird“, bestätigt die Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos). Das heißt: Das Innenministerium hat Pinneberg, schon lange unter dem Rettungsschirm des Landes, die Rückabwicklung empfohlen.

Im April 2013 hatten Stadt und Bildungsträger den Grundstücks-Deal festgezurrt. Danach hatte der Bildungsträger mehrfach Nachforderungen gestellt. So wurde unter anderem ein Preisnachlass von 400.000 Euro gefordert. Obwohl der Vertrag schon längst unterschrieben war. Darüber hinaus forderte die Wabe von Pinneberg den Bau einer Straße in dem neuen Campus-Areal. Und auch bei der Bebauungsdichte und Höhe der Gebäude wollte der Bildungsträger nachjustieren. „Diese Forderungen konnte Pinneberg nicht leisten“, sagt Trampe.

Das Thema wird morgen Abend in der Ratsversammlung kurzfristig auf die Tagesordnung gesetzt. Die Bürgermeisterin werde der Politik dann einen entsprechenden Beschlussvorschlag unterbreiten. „Ein Vorgespräch fand Montagabend mit den Fraktionsvorsitzenden statt“, sagt Steinberg. Die Lösung der Rückabwicklung werde laut der Bürgermeisterin von beiden Seiten befürwortet. Denn sie ermögliche eine Neubewertung des Grundstücks auf dem Kasernen-Areal. Die Wabe schließe außerdem erneute Kaufvertragsverhandlungen nicht aus. „Für beide Seiten steht die Realisierung des Großprojektes Bildungscampus im Vordergrund“, fasst Steinberg zusammen.

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