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Bauen im Kreis Pinneberg : Der große Ansturm auf die Grundstücke

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die niedrigen Zinsen sind eigentlich perfekt, um sich den Traum Eigenheims zu erfüllen. Es gibt nur ein Problem: Bauland ist Mangelware.

Immer mehr Menschen wollen in den Kreis Pinneberg ziehen. Doch ein Grundstück zu finden, auf dem man sein eigenes Haus bauen kann, wird immer schwieriger. Die Städte und Gemeinden des Kreises verfügen kaum noch über eigenes Bauland, das sie verkaufen können. Insbesondere im südlichen Kreisgebiet gehen die Grundstücke schnell weg, sobald ein Bebauungsplan beschlossen wurde.

Günther Zuschlag, Leiter des Fachdienstes Planen und Bauen in der Pinneberger Kreisverwaltung, bestätigte im Gespräch mit dieser Zeitung, dass im Kreisgebiet viel gebaut werde. „Zwischen 2010 und 2013 konnten wir eine Steigerung um 25 Prozent verzeichnen“, teilte er mit. Zuschlag gehe davon aus, dass dies an der aktuellen Situation auf dem Finanzmarkt liege. Die Zinsen für Kredite seien niedrig und viele würden ihr Geld lieber in Immobilien investieren als sich mit den niedrigen Haben-Zinsen zufrieden zu geben.

Viele Gemeinden bieten Bauherren in spe die Möglichkeit, sich schon im Vorfeld um Grundstücke zu bewerben. „Man kann uns mitteilen, dass man daran interessiert ist, in einer unserer Gemeinden zu bauen. Sobald dann ein Bebauungsplan beschlossen wird, melden wir uns bei dem Interessenten“, teilte René Goetze vom Amt Moorrege dieser Zeitung mit. Er könne jedoch keine Prognose geben, wie lange man im Schnitt darauf warten müsse. Sein Amt erreichten täglich Anrufe von Bauwilligen. Für 15 Bauplätze, die es in letzter Zeit in Holm gegeben habe, hätten 90 Bewerbungen vorgelegen.

Damit führe Holm die Beliebtheitsliste im Amt Moorrege an, wie Goetzes Kollegin Margitta Wulff mitteilte. Aber auch auf Grundstücke in Heist würden derzeit 50 Bewerber warten. „Einige Interessenten haben sich schon 2007 mit uns in Verbindung gesetzt“, sagte Wulff. Inwiefern deren Interesse noch aktuell sei, wisse sie jedoch nicht. „Es kann natürlich sein, dass diejenigen, die 2007 in Holm bauen wollten, inzwischen woanders ein Grundstück gefunden haben“, so Wulff. Zudem käme auch nicht unbedingt jeder für beschlossene Baugrundstücke in Frage. „Wie diese vergeben werden, ist von Fall zu Fall unterschiedlich“, sagte Goetze. Manchmal gebe es Vergabekriterien, die Familien bevorzugen würden oder solche, nach denen Einheimische eine größere Chance hätten.

In den Gemeinden, die vom Amt Elmshorn Land verwaltet werden, gibt es derzeit noch Grundstücke zu erwerben, wie Falko Schulz, zuständig für die Bauplatzvergabe, mitteilte. Der „Bebauungsplan 13“ für Klein Offenseth-Sparrieshoop weist 13 Einheiten auf, zehn davon sind bislang reserviert oder verkauft. Auch bei den Grundstücken des „Bebauungsplans 10“ für Seester könnten Interessenten noch fündig werden. Andere Grundstücke seien schneller vergeben gewesen. „In Klein Nordende war rasend schnell alles weg“, so Schulz. Die nächsten Grundstücke bei seinem Amt gebe es in Kölln-Reisiek, der „Bebauungsplan 18“ werde derzeit neu aufgestellt.

Die Städte Wedel und Schenefeld haben keine Grundstücke für Wohnhäuser zu verkaufen. Ob dies noch einmal anders sein wird, sei derzeit nicht absehbar, wie Mitarbeiter der Verwaltung mitteilten. Im Schenefelder Gewerbegebiet gebe es aber noch kleine Einheiten für Unternehmen.

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erstellt am 03.Sep.2013 | 06:00 Uhr

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