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Pinneberg : Der Fotokreis bringt Farbe in die VHS

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Mitglieder zeigen ihre Werke bis zum kommenden Sommer in den Fluren der Volkshochschule. Die Gruppe ist seit 1971 aktiv.

Pinneberg | Besuchern, die derzeit in die Volkshochschule (VHS) Pinneberg kommen, fällt die Veränderung sofort ins Auge. Eine Vielzahl von Fotografien säumt die kalkweißen Wände der Flure, sie sorgen gleich für eine lieblichere Atmosphäre. Die Fotos sind Teil einer Ausstellung, die noch bis zum nächsten Sommer zu sehen ist. Organisiert hat sie der Fotokreis Pinneberg – eine Gruppe von 25 Personen, die sich alle zwei Wochen in den VHS-Räumen trifft – und das seit mehr als 40 Jahren.

Wer die Fotografien aufmerksam betrachtet, stellt schnell fest, dass die Anordnung der einzelnen Motive keineswegs auf Willkür basiert. Jeweils fünf Fotos bilden die Serie eines Vereinsmitglieds und gehören inhaltlich zusammen. Zu sehen sind unter anderem Raubvögel, Morgenstimmungen oder Deichansichten. Bei manchen Serien ist die Kohärenz, der sinnbildende Zusammenhang, nicht auf den ersten Blick festzustellen. So hat sich eine Fotografin, Martina Brich, beispielsweise mit der Abbildung „kreisrunder“ Objekte aus dem Alltag beschäftigt, Inge-Hannelore Schmidt zeigt „farbige Flächen mit Kieselsteinen und Kleintieren“.

Marietta Hagedorn hat gleich zwei Serien am Start. „Mein Steckenpferd ist die Fotografie von Menschen“, sagt sie. Für die Ausstellung hat sie Frauen und Männer auf einem roten Sofa Platz nehmen lassen, das an die NDR-Fernsehsendung „DAS!“ erinnert. Die zweite Sequenz zeigt hingegen ausschließlich Männer – in Portraitform. „Ich habe schon als Kind gern fotografiert. Kürzlich habe ich eine alte Urkunde aus dem Jahr 1952 entdeckt. Für ein Foto aus dem Tropenhaus bei der Internationalen Gartenschau in Hamburg damals“, erzählt sie. Mit ihren 73 Lebensjahren ist Hagedorn das einzige verbliebene Gründungsmitglied des 1971 entstandenen Fotokreises, der seinerzeit aus einem gewöhnlichen VHS-Kursus fotografiebegeisterter Menschen hervorgegangen sei.

Laut Hartwig Imholz, der als Doppelspitze mit Holger Wiechmann der Gruppe vorsteht, ist es aus Kapazitätsgründen gegenwärtig gar nicht so einfach, dem Freundeskreis beizutreten. „Wir haben derzeit eine Warteliste von fünf oder sechs Personen“, sagt der Orthopäde im Ruhestand. „Blutige Anfänger“ nehme man ohnehin nicht auf. „Das kleine Einmaleins des Fotografierens sollten sie schon beherrschen. „Das testen wir auch“, sagt Imholz. Ein wichtiger Bestandteil der in der Regel zweistündigen Treffen sei der Austausch von Meinungen, Kritik ausdrücklich erwünscht. Imholz räumt mit einem Vorurteil auf. „Diskussionen in die Richtung ,Hast du schon das neueste Objektiv’? führen wir so gut wie gar nicht. Auf das Equipment, die technische Ausstattung kommt es nicht in erster Linie an. Man kann auch mit toller Technik richtig schlechte Bilder machen“, sagt er. Wichtiger seien stattdessen andere Dinge – von der Motivwahl über die Beleuchtung bis zur richtigen Positionierung. Imholz’ Ansicht nach sei grundsätzlich vieles erlernbar mit der Zeit. „Aber wenn aus Fotografie Kunst werden soll“, urteilt er, „dann ist das noch ein kleiner Pfiff mehr“. Dann spiele auch Talent eine Rolle. Trotz der großen Erfahrung der Mitglieder mit ihrer Materie sei der Lerneffekt groß – jeder könne sich etwas bei den anderen abschauen. Das komme besonders auch bei den regelmäßigen Fotoreisen des Kurses zum Tragen. „Wir waren gemeinsam unter anderem schon in Venedig, Barcelona oder Lissabon.“

Was die Ausstellung in der VHS, Am Rathaus 3, angeht, so kommen aus Platzgründen derzeit nicht alle Mitglieder des Fotokreises zum Zug. Im März oder April kommenden Jahres sollen die Fotos deshalb ausgetauscht werden. VHS-Chef Wolfgang Domeyer hält die Schau, die der Fotokreis mittlerweile schon zum vierten Mal veranstaltet, für einen großen Erfolg. „Wir haben zwischen 2000 und 3000 Besucher pro Woche. Von diesen schaut ein großer Teil sofort auf die Fotos. Viele sind total begeistert“, sagt er. Wem eine Fotografie gefalle, der könne diese nach Rücksprache mit der VHS auch käuflich erwerben.

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