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A23 : Der Flüster-Asphalt macht schlapp - nach nicht einmal zehn Jahren

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Rellingen: Die Offenporige Asphaltdecke soll ab Ende Juni erneuert werden.

von
erstellt am 14.Jan.2016 | 14:00 Uhr

Halstenbek/Rellingen | Er heißt schlicht „OpA“. Oder Drän- oder Flüsterasphalt. Und schluckt eine Menge Luft. Und besonders Lärm. Im Bereich Krupunder bis zum Autoport Nord in beiden Richtungen der A23 sorgt seit 2007/2008 die hochwertige „OpA“-Deckschicht für relative Ruhe bei den Anwohnern. Doch jetzt geht dem mehr als vier Millionen Euro teuren Straßenprojekt die Luft aus: Die Lärmreduzierung verringerte sich von „sehr gut“ bis aktuell noch „ausreichend“.

Für Anwohner ein Graus. Sie wollen den Verlust des geliebten Komforts eines gedämpften Lärmpegels durch Lkw und Pkw nicht hinnehmen und fordern in einem Schreiben an die Gemeindeverwaltung eine Neuauflage. Aktuell brausen täglich etwa 80.000 Kraftfahrzeuge bei einem Lkw-Anteil von 25 Prozent am Tag sowie 45 Prozent in der Nacht vorbei. Eine Strapaze für den sensiblen, teuren Asphalt – dessen Lebensdauer im Vergleich zum herkömmlichen Splittmastix-Asphalt geringer ist. Grund genug, dass Politiker im Ausschuss für Verkehr über das wiederbelebte Thema „Lärmschutzmaßnahme“ für die A  23 diskutierten.

Als Diskussionsvorlage diente ein ausführliches Schreiben von Holger Hansen, Mitarbeiter beim Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein mit Sitz in Kiel. Darin betont Hansen: „Der Lärmschutz...ist weiterhin gewährleistet. “Doch mittelfristig werde eine Deckenerneuerung erfolgen. Denn Hansen zeigt sich einsichtig: In dem Schreiben der Verwaltung sei auf die Aussagen dreier Beschwerdeführer hingewiesen worden, „die eine Zunahme des Lärms im Bereich des Offenporigen Asphalts festgestellt haben wollen. Hierzu sei gesagt, dass ein Offenporiger Asphalt zu Beginn seiner Liegezeit oftmals eine deutlich höhere Reduzierung des Lärms als die fünf Dezibel gegenüber dem Referenzbelag erbringt.“ Der Kieler Experte garantiert: „Die Minderung um fünf Dezibel wird noch am Ende der Lebensdauer erreicht. Wie ich bereits erklärt habe, wird eine Erneuerung mittelfristig erfolgen.“

Offenporiger Asphalt („OpA“) dient dazu, das Reifen-Fahrbahn-Geräusch  zu reduzieren. Dank ihrer  Zusammensetzung aus großen Körnern ist die  vier Zentimeter dicke Deckschicht aus „OpA“ sehr porös. Mehr als 20 Prozent des Volumens besteht aus Hohlräumen. Die Luft im Reifenprofil wird daher nicht zusammengepresst, sondern in die Straßenoberfläche hineingedrückt, wo sie sich im Hohlraumgeflecht verteilt – ohne Zischen. Zusätzlich nimmt der Offenporige Asphalt Schallwellen auf, die der Motor erzeugt. Seine Wasserdurchlässigkeit sorgt  dafür, dass Niederschläge in den Hohlräumen versickern  und wie in einer Drainage zum Fahrbahnrand geleitet werden.
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