zur Navigation springen

Schleswig-Holstein/Hamburg : Der Fahrplan für den A7-Ausbau steht

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) hat die Route vorgegeben: Im Herbst starten die Bauarbeiten am Bordesholmer Dreieck. Ein neues Informationssystem soll Mega-Staus reduzieren.

Es wird eine bundesweite Premiere: Wenn in Schleswig-Holstein im Herbst 2014 der Ausbau der A 7 beginnt, sollen digitale Anzeigetafeln alle zweieinhalb Kilometer darüber informieren, wie viele Minuten die Autofahrer durch zähflüssigen Verkehr oder Stau verlieren. Möglich machen dies Detektoren, die das Fahrzeugaufkommen erfassen und in Echtzeit hochrechnen. Das kündigte die Fernstraßenplanungsgesellschaft Deges gestern in Harrislee an.

Laut Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) wird der erste Bauabschnitt zwischen dem Bordesholmer Dreieck und der Ausfahrt Neumünster-Süd eingerichtet. Bis Ende 2018 folgen dann bis nach Hamburg hinein zwei weitere Bauabschnitte. Auf jedem darf auf maximal zwölf Kilometern gleichzeitig gearbeitet werden. Zwischen jeder Baustelle müssen sich mindestens fünf Kilometer lange Erholungsstreifen befinden. Ob sich die Baufirma kontinuierlich von Nord nach Süd vorarbeitet, ist laut Meyer offen. Die Reihenfolge hänge davon ab, welches Unternehmen den Zuschlag erhalte. Das soll im Mai entschieden werden. Erst danach will der Minister auch den Termin für den Baustart im Herbst näher eingrenzen.

In Schleswig-Holstein wird die A 7 auf sechs, in Hamburg südlich des Dreiecks Nordwest auf acht Spuren verbreitert. Allein im nördlichsten Bundesland sind dafür etwa 300 Millionen Euro veranschlagt. Ein zusätzlicher Engpass auf Hamburger Gebiet tut sich bereits ab März auf – dann beginnt nahe der Ausfahrt Volkspark der Abriss und der Neubau der Langenfelder Brücke.

„Es wird auf jeden Fall eine Erhöhung der Staustunden geben“, sagte Deges-Ingenieur Bernd Rothe. Er rief dazu auf, „alle Möglichkeiten zur Verkehrsverlagerung zu nutzen“ – etwa durch die Bahn oder Fahrgemeinschaften. Berechnungen hätten gezeigt: Schon wenn die Verkehrsmenge um fünf Prozent reduziert würde, sänke das Stau-Potenzial um die Hälfte.

Meyer teilt durchaus Sorgen der Logistik-Branche vor Zeitverlusten durch den A7-Ausbau, warnte aber vor Panikmache. „Eine Grenze ist überschritten, wenn man – wie der Tourismusverband – den Standort Schleswig-Holstein schlechtredet. Dann macht man Marketing für Mecklenburg oder Mallorca.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert