Kreis Pinneberg : Der etwas andere Sommerurlaub: VHS-Sommerprogramm mit 170 Kursen

Die VHS-Leitungen Beate Lorkowski (von links), Ramona Knust, Karen Wurr-Feldmann, Wolfgang J. Domeyer und Anette Ehrenstein stellen das Programm der Sommerakademie vor.
Foto:
Die VHS-Leitungen Beate Lorkowski (von links), Ramona Knust, Karen Wurr-Feldmann, Wolfgang J. Domeyer und Anette Ehrenstein stellen das Programm der Sommerakademie vor.

Die Institutionen schließen sich wieder zusammen, um ihr Sommerprogramm anzubieten. Fokus auf Bildungsurlaub.

shz.de von
06. Juni 2018, 16:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Eine Mischung aus Gesundheit, Kultur und Weiterbildung: Das bieten die Volkshochschulen (VHS) des Kreises Pinneberg in insgesamt 170 Kursen ihres diesjährigen Sommerprogramms. Damit schließen sich die acht Standorte Elmshorn, Quickborn, Tornesch-Uetersen, Halstenbek, Schenefeld, Wedel und Pinneberg zum 14. Mal zusammen, um den Menschen in der eigentlich semesterfreien Zeit von Mitte Juni bis Anfang September die Möglichkeit zu geben, sich fortzubilden und Neues auszuprobieren.

Sechs verschiedene Bereiche umfasst das Programm der Sommerakademie: Gesellschaft und Leben, Kultur und Gestalten, Beruf und Karriere, Computer und Internet, Gesundheit und Fitness sowie Sprachen und Verständigung. Die Kurse unterscheiden sich nicht nur inhaltlich, sondern auch in ihrer Form. Es gibt ein bis zweistündige Kurse, Tagesveranstaltungen und mehrtägige Workshops.

Etwas Neues kennenlernen

Die Zusammenarbeit der Volkshochschulen sieht der Pinneberger Leiter Wolfgang Domeyer als eine gute Gelegenheit, auch mal etwas Neues kennenzulernen: „Ein großer Vorteil im Kreis Pinneberg sind die kurzen Wege.“ So könnten zum Beispiel Pinneberger ohne großen Aufwand nach Elmshorn kommen, um an einem Angebot teilzunehmen. „Ideal auch für Menschen, die in den Ferien Zuhause bleiben“, sagt Domeyer.

„Beim Durchblättern des Programms ist mir aufgefallen, dass es ein tolles Angebot an Bildungsurlauben gibt“, sagt die Quickborner VHS-Leiterin Anette Ehrenstein. Mit sieben Kursen aus verschiedenen Bereichen sei für jeden etwas dabei – von Selbstmanagement über Microsoft Office und Photoshop bis hin zu Yoga.

Viele Premieren

Bei vielen Kursen der Sommerakademie handelt es sich um Angebote, die in den vergangenen Jahren gut angenommen wurden. Es gibt aber auch viele Premieren. So zum Beispiel die Tagesveranstaltung zum Thema „Fake News“: „Ziel der Dozentin ist es, ein kritisches Bewusstsein für Nachrichten in sozialen Netzwerken zu wecken“, sagt die Leiterin der VHS-Elmshorn Karen Wurr-Feldmann.

Beate Lokovski, Leiterin der VHS in Halstenbek, ist vom „Handlettering“ begeistert: „Das ist eine Kunst, die wirklich jeder kann.“ Dabei drehe sich alles um schöne Schrift, aber: „Die Buchstaben werden gemalt und nicht geschrieben. Man kann also wunderbar abschalten.“

Ruderkurs und Faszientraining

Wer sich im Sommer lieber bewegen möchte, wird im Angebot der Sommerakademie fündig. Außer Yoga, Fitness und Pilates wird auch ein Faszien-Trainig angeboten: „Das ist voll im Trend“, sagt Ehrenstein. Auch der beliebte Ruderkurs für Anfänger wird wieder angeboten. „Wir rudern natürlich nicht auf der Pinnau“, sagt Domeyer. Der Kurs findet in Hamburg statt. Seit Jahren arbeite die VHS dafür mit dem Bootshaus RV Teichwiesen zusammen.

Für Kinder und Jugendliche ist die Auswahl an Kursen etwas dünner: „Die wenigsten Schüler haben Lust, sich in den Sommerferien weiterzubilden“, sagt Domeyer. Zur Auswahl stehen mit einem Näh- einem Mal- und Einem Breakdance-Kurs drei Kurse, die Spaß machen sollen. Natürlich werden aber auch spezielle Englisch- und Computer-Kurse für Schüler angeboten.

Das Programm der Sommerakademie liegt an vielen verschiedenen Orten im Kreis Pinneberg, darunter die Stadtbüchereien und die Volkshochschulen selbst, aus. Außerdem gibt es online eine PDF-Datei.

Jeder Arbeitnehmer hat einen Anspruch auf Bildungsurlaub

Weiterbildung ist wichtig – das hat auch der Gesetzgeber erkannt. Deshalb verabschiedete die Landesregierung Schleswig-Holstein im März 2012 das Weiterbildungsgesetzt (WBG). Demnach haben alle Beschäftigten das Recht auf Bildungsfreistellung, welche oft auch Bildungsurlaub genannt wird. Der Arbeitgeber ist dazu verpflichtet, ihre Angestellten für fünf Tage im Jahr freizustellen, damit diese sich fort- und weiterbilden können. Der Lohn wird nicht gekürzt, allerdings müssen die Arbeitnehmer in den meisten Fällen die Kosten für das besuchte Programm selbst tragen. Gleichzeitig dürfen sich die Angestellten aussuchen, ob sie sich im allgemeinen, politischen, kulturellen oder beruflichen Bereich fortbilden wollen, oder ob sie sich für ein ehrenamtliches und zivilgesellschaftliches Engagement qualifizieren wollen. Wichtig ist nur, dass der ausgewählte Kurs im Bundesland anerkannt ist.

zur Startseite

Kommentare

Leserkommentare anzeigen