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Ellerbek noch ohne Asylbewerber : Der Druck auf die Gemeinde wächst

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Ellerbek ist die einzige Gemeinde im Amt Pinnau, die noch ohne Unterkünfte für Asylbewerber ist.

von
erstellt am 02.Sep.2015 | 10:00 Uhr

Ellerbek | Derzeit sind den fünf Gemeinden des Amts Pinnau 80 Flüchtlinge zugeordnet. „Die Tendenz ist weiter steigend, die Zuweisungen kommen inzwischen wöchentlich“, sagt Fachbereichsleiterin Heidi Mohr. Lediglich zwei Personen seien noch außerhalb des Amtsbereichs untergebracht, alle anderen auf die Gemeinden Tangstedt, Borstel-Hohenraden, Prisdorf und Kummerfeld verteilt. Nur in Ellerbek gebe es bislang keine Möglichkeit zur Unterbringung von Asylbewerbern.

„Wir haben zwei Gebäude, die stark sanierungsbedürftig sind, bereits im vergangenen Jahr beichtigt“, berichtet Ellerbeks Bürgermeister Günther Hildebrand (FDP). Von einem Umbau war in Anbetracht der Kosten abgesehen worden. „Da war der Druck aber auch noch nicht so hoch“, sagt Hildebrand. Er habe deshalb erneut Gespräche mit den Eigentümern aufgenommen. „Die Frage ist, wer die Sanierung in Auftrag gibt und wie das anschließend verrechnet wird“, erklärt Hildebrand.

Als weitere Option sei ein Einfamilienhaus im Gespräch, das schon länger leer stehe und sanierungsbedürftig sei. „Mitarbeiter des Amts waren bereits vor Ort und haben die Lage sondiert“, sagt der Bürgermeister. Es sei in Kürze mit einem Angebot für die komplette Maßnahme zu rechnen. Auch hier hoffe die Gemeinde auf eine schnelle Klärung mit dem Eigentümer, damit zehn bis zwölf Personen dort Zuflucht finden können.

Parallel dazu habe die Verwaltung Angebote für Wohn-Container eingeholt. „Allerdings kommt nur ein Kauf infrage, die Mietkosten sind auf Dauer viel zu hoch“, sagt Hildebrand. 120.000 Euro müsste die Gemeinde ausgeben – plus der Einrichtung für Strom-, Wasser- und Abwasseranschlüsse. Bei einer weiteren, leerstehenden Immobilie im Ort sei die Nachlassfrage noch nicht geklärt. Auch hier bestehe die Hoffnung, dass zugunsten der Gemeinde Wohnraum für Flüchtlinge geschaffen werden kann.

„Leerstehende Wohnungen gibt es hier praktisch nicht“, sagt Hildebrand. Er habe selbst schon Internet-Portale durchforstet und feststellen müssen, dass keine Wohnungen in Ellerbek angeboten werden. „Vielleicht gibt es aber doch Einliegerwohnungen oder andere, abgetrennte Bereiche, die sich eignen könnten“, bittet Hildebrand die Bevölkerung um Mithilfe. Ein Freiwilligen-Team, das sich um die Betreuung der Ankömmlinge kümmern will, stehe auch schon bereit.

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