Eine Million Euro mehr : Der Bodenaustausch treibt die Kosten der Westumgehung in die Höhe

Die Baustelle an der Elmshorner Straße soll verschwinden – allerdings nur vorerst. Im Frühjahr wird sie wechselseitig wieder eingerichtet.
Die Baustelle an der Elmshorner Straße soll verschwinden – allerdings nur vorerst. Im Frühjahr wird sie wechselseitig wieder eingerichtet.

Bei den Arbeiten werden immer wieder Bauschutt und Ziegel gefunden. Die geplanten Kosten klettern auf 32,3 Millionen Euro.

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14. Dezember 2017, 12:15 Uhr

Pinneberg | „Ich weiß nicht, was in Pinneberg passiert ist. Wir treffen immer wieder auf Bauschutt und Ziegel. Es kommen Dinge zu Tage, die nicht zu kalkulieren sind“, sagte Karsten Lübke, Bauleiter für die Westumgehung, am Dienstagabend im Ausschuss für Stadtentwicklung. „Du kannst in Pinneberg in den Boden greifen und du findest immer wieder was, was da nicht hingehört. Ich weiß nicht, ob es überall in Pinneberg so ist, aber auf dieser Trasse ist es extrem“, erläuterte er die zusätzlichen Kosten für Bodenaushub und den Austausch von kontaminierten Erdschichten. 

Die geplanten Ausgaben für das Bauprojekt sind seit Juni von 31,2 auf 32,3  Millionen Euro gestiegen. Etwa 600.000 Euro von den 1,1 Millionen zusätzlich entfallen auf Erd- und Straßenarbeiten. Die Ingenieurleistungen schlagen mit zusätzlichen 300.000 Euro zu Buche. Auch die geplante Ampelanlage sei teurer als geplant. „Eine Maßnahme wird am Ende abgerechnet – auf Basis der Bauleistungen und nicht der Planungen. Daher gibt es gewisse Abweichungen“, sagte Planer Michael Beckmann. Die „gewissen Abweichungen“ betragen mittlerweile fast 50 Prozent. Denn ursprünglich war die Verwaltung von 22,9 Millionen Euro für die Westumgehung ausgegangen. „Es wird teurer mit jedem Monat“, kritisierte Manfred Stache (Grüne & Unabhängige). Nicht nachvollziehen konnte er die Anfrage der Verwaltung auf seine Anfrage zur Kostenentwicklung. „Mir wurde mitgeteilt, dass es keine wesentlichen Veränderungen gibt. Das war Ende Oktober“, sagte Stache. „Die Aussage ist weiter richtig“, sagte Bauamtsleiter Klaus Stieghorst. „Die Mittel sind im Haushalt eingestellt. Daher hat es keine Auswirkungen auf den Haushalt. Das eine ist der Haushalt, das andere der aktuelle Stand.“ Stache winkte ab: „Zukünftig werde ich meine Fragen noch präziser stellen.“

„Wir leiden derzeit unter Wasser – wie alle“, sagte Roland Schultz, Fachbereich Verkehr. Drei der fünf Bauwerke seien bereits fertiggestellt. „Die wichtigste Arbeit neben den Brücken ist der Lärmschutz. Dieser ist zu 99,9 Prozent fertig“, erläuterte Schultz den Ausschussmitgliedern. Am Dienstag sei der Lärmschutz offiziell abgenommen worden.

Entspannung versprach er auch für Autofahrer auf der Elmshorner Straße. „Diese wird während der baufreien Zeit wieder zweispurig befahrbar sein“, sagte Schultz. Allerdings schränkte er bereits ein: „Wir werden vermutlich ab dem Frühjahr wieder wechselseitig sperren müssen, je nachdem, wie in die Westumgehung hineingebaut wird.“ Vor allem die Verlegung von Telekommunikationsleitungen habe zu Verzögerungen geführt. „Vodafone und die Telekom sind da nicht so weit gewesen, wie sie sein sollten“, sagte Lübke. Daher sei die Fertigstellung des Kreuzungsbereichs immer wieder verschoben worden. „Ich tue mein Bestes, dass es weitergeht. Ich bin mit den ständigen Veränderungen und Verschiebungen auch nicht zufrieden.“ Um keinen Stillstand zu haben, seien andere Bauarbeiten vorgezogen worden – vor allem Drainagearbeiten für die Entwässerung der Trasse.

Generell sei aber alles innerhalb des zeitlichen Planungskorridors. „Wir rechnen mit einer feierlichen Übergabe Ende 2018“, sagte Beckmann. Lübke selbst hakte ein: „Oder im ersten Quartal 2019.“

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