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Auszeichnung : Der beste Vorleser Deutschlands kommt aus Ellerau

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Jarik Foth gewinnt 58. bundesweiten Vorlesewettbewerb und wird dafür auch von seinem Lieblingsautor geehrt

shz.de von
erstellt am 10.Nov.2017 | 10:00 Uhr

Ellerau | Seine Mitschüler lauschen gespannt seinen Worten, als er anfängt zu lesen. Mal flüsternd, mal lachend, mal besorgt liest Jarik Foth aus dem Buch „Evolution“ von Thomas Thiemeyer vor. Man merkt sofort: Der Ellerauer ist in seinem Element. Kein Wunder, Jarik ist der beste Vorleser Deutschlands.

Das will was heißen: Rund 570 000 Schüler aus 7000  Schulen haben am 58.  Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels teilgenommen. Im Bundesfinale Ende Juni in Berlin setzte sich der Zwölfjährige gegen die 15 anderen Landessieger durch. Dabei las er einen Drei-Minuten-Auszug aus dem Buch „Stumme Helden lügen nicht“ von Simon Packham. Und warum gerade dieses Buch? „Beim Finale hatten wir drei Buchwünsche. Eines davon wurde uns ganz einfach zugelost“, erklärt Jarik.

Preise gab es für seine Lesekünste schon reichlich: Bücher, Hörbücher, eine Medaille, eine Lesung mit einem Jugendbuchautor und einen Bücherscheck. Gestern bekam der Schüler des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums in Quickborn noch den Wanderpokal des Bundessiegers in seiner Schule überreicht. Sichtlich stolz nahm der Blondschopf die Auszeichnung entgegen.

Warum liest er so gern? „Meine Eltern und mein Onkel haben mir früher schon oft vorgelesen. Mir hat das von Anfang an einfach gefallen“, sagt Jarik. Und wann hat er damit angefangen? „Nachdem ich mehr lesen konnte, als bloß das Bild einer Kuh oder eines Pferdes zu erkennen“, sagt er verschmitzt.

Bei der Pokalübergabe durch seinen Schulleiter Manfred Brandt und den Börsenverein des Deutschen Buchhandels, wirkt Jarik noch leicht unsicher. Doch bei der anschließenden Lesung blüht er auf. Das mag auch daran liegen, dass er nicht allein liest. Thomas Thiemeyer, sein Lieblingsautor, hat es sich nicht nehmen lassen und ist extra für die Pokalübergabe angereist. „Ich hielt die Einladung erst für einen Scherz meiner Kollegen“, gibt Thiemeyer zu. Er fügt an: „Ich habe mich dann aber mal im Internet schlau gemacht und war von Jariks Fähigkeiten als Vorleser begeistert.“ Während die beiden so auf dem Podium über das Vorlesen, Bücher und das Leben eines Autors reden, kommt die Frage auf: Wer ist hier eigentlich von wem Fan?

Als der beste Vorleser Deutschlands dort vorne auf der Bühne gemeinsam mit seinem Lieblingsautor vorliest, merkt man, warum dieser Junge dieses Jahr auf dem Treppchen ganz oben steht. Gestik, Mimik, Betonung: Alles stimmt und nimmt die Zuhörer mit auf die Abenteuerreise aus Thiemeyers Buch.

Ist er bei solchen Auftritten gar nicht nervös? „Anfangs habe ich jedem erzählt, dass ich ganz cool bleibe“, erzählt Jarik. Er fügt an: „Ein bisschen Lampenfieber habe ich aber immer.“

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