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Fichte zum Baum des Jahres gekürt : Der Baumpark bekommt Zuwachs

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Ab sofort ist im Pinneberger Baumpark ein gespendetes Exemplar zu bestaunen.

shz.de von
erstellt am 25.Apr.2017 | 12:00 Uhr

Pinneberg | Besucher des Pinneberger Baumparks stoßen ab sofort auf ein neues Exemplar: Nach ihrer Wahl zum Baum des Jahres 2017 ziert nun eine Fichte das Naherholungsgebiet An der Raa. Seit 1989 wird in Deutschland jährlich von der Dr. Silvius Wodarz-Stiftung und deren Fachbeirat der Baum des Jahres bestimmt. Normalerweise würden eher gefährdete oder seltene Arten diese Auszeichnung erhalten, erklärt Frank Schoppa, Geschäftsführer des schleswig-holsteinischen Landesverbandes im Bund der Baumschulen (BdB).

1951 beschloss die Food and Agriculture Organisation (FAO) der  Vereinten Nationen, dass sich alle Menschen „sowohl des ästhetischen und physiologischen, als auch des wirtschaftlichen Wertes des Baumes“ bewusst werden sollten. Am 25. April 1952 wurde der Tag des Baumes schließlich erstmals in der Bundesrepublik begangen. Dabei pflanzte der damalige Bundespräsident Theodor Heuss einen Bergahorn im Bonner Hofgarten. Millionen weitere Pflanzungen folgten im Laufe der Jahrzehnte.

Da mag die Wahl der Fichte doch etwas überraschen, ist sie mit rund 28 Prozent die häufigste Art in den heimischen Wäldern und alles andere als gefährdet. Außerdem sei der Nadelbaum bei Naturschützern nicht sonderlich beliebt, da er meist in Monokulturen gepflanzt wurde, die wenig artenreich sind. Dennoch hält Schoppa die Wahl für berechtigt: „Die Fichte liefert von allen Baumarten die schnellsten Erträge und hervorragendes Holz.“ Auch habe sie im 19. Jahrhundert wesentlich zur Wiederaufforstung der damals waldarmen Landschaften beigetragen.

Daher ist Schoppa „besonders erfreut“, dass ab sofort auch im Pinneberger Baumpark ein vom BdB gespendetes Exemplar zu bestaunen ist. In Anwesenheit von Barbara Engelschall vom Regionalpark Wedeler Au, Landschaftsarchitekt Wolfram Munder sowie Bürgermeisterin Urte Steinberg wurde der Nadelbaum im seit Juli 2016 geöffneten Park gepflanzt – passend zum heutigen Tag des Baumes (siehe Infokasten). Die Fichte reiht sich damit in eine Sammlung von 26 Bäumen des Jahres ein, die allesamt Teil des Parks sind. Einzig die Walnuss (Baum des Jahres 2008) wirbt an anderer Stelle, im Drosteipark, für den Besuch des Erholungsgebiets.

Steinberg und Munder nutzten zudem die Gelegenheit, eine erste Bilanz zu ziehen. Während die Bürgermeisterin äußerst zufrieden auf das „gelungene Gemeinschaftsprojekt“ blickte, verwies der Architekt auf die steigende Beliebtheit des Parks in der Bevölkerung. Besucher würden das Gebiet für Spaziergänge und Picknicks nutzen. „Hunde sind aber anzuleinen“, hofft Steinberg, dass der Park auch künftig in einem gepflegten Zustand bleibt. Barbara Engelschall ist indes gespannt, wie sich die im Frühjahr 2016 ausgesäte Wildblumenwiese entwickelt: „Im Sommer waren diverse Schmetterlinge an den Blüten zu beobachten.“

Mittels QR-Code können sich Parkbesucher über die Bäume des Jahres informieren.
Mittels QR-Code können sich Parkbesucher über die Bäume des Jahres informieren. Foto: Patrick Tabel
 

Doch nicht nur zum gemütlichen Verweilen lädt der Park ein. „Hier kann man Bäume lernen“, betonte Schoppa und deutete auf die kleinen Infotafeln, die vor jedem Exemplar aufgestellt sind. Besucher können die aufgedruckten QR-Codes mit ihrem Smartphone einscannen und gelangen so auf eine Seite des Regionalparks Wedeler Au. Hier sind zum jeweiligen Baum Informationen und Bildergalerien bereitgestellt. Zusammengetragen wurde das Material von Schülern der Theodor-Heuss-Schule, die laut Engelschall auch über die künftigen Bäume des Jahres allerhand Wissenswertes liefern werden.

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