Der Anfang der Geschichte

Alexander Schmohl (von links), Bernd Laackmann, Jürgen Behrmann, Angela Kunstmann und Helga Müller arbeiten seit fast einem Jahr an einer Chronik von Tangstedt. Sie soll zum 777. Geburtstag des Dorfes nächstes Jahr fertig werden.
Alexander Schmohl (von links), Bernd Laackmann, Jürgen Behrmann, Angela Kunstmann und Helga Müller arbeiten seit fast einem Jahr an einer Chronik von Tangstedt. Sie soll zum 777. Geburtstag des Dorfes nächstes Jahr fertig werden.

Dorfbewohner stellen die Chronik der Gemeinde Tangstedt anlässlich der 777-Jahr-Feier im nächsten Jahr zusammen

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07. August 2018, 16:00 Uhr

„Bevor die letzten von uns sterben, wollen wir aufschreiben, was wir über Tangstedt wissen“, sagt Helga Müller und lacht. Zusammen mit vier anderen Dorfbewohnern arbeitet sie in einem Arbeitskreis an einer Chronik, einem Kalender und einem Buch. Diese sollen anlässlich des 777. Geburtstags von Tangstedt im kommenden Jahr veröffentlicht werden.

„Der Kalender wird schon diesen Herbst fertig“, sagt Bernd Laackmann. In dem Projekt haben er und Müller schon Erfahrung: Sie organisierten die 750-Jahr-Feier Tangstedts vor 27 Jahren mit. Auch damals brachten sie schon einen Kalender mit zwölf Fotos von markanten Straßen, Orten und Gebäuden heraus. „Unser damaliger Bürgermeister Ernst Hermann Möller hatte sich auch eine Chronik gewünscht, das haben wir aber nicht geschafft. Es gab nur eine kurze Chronik in der Festschrift“, berichtet Müller. Leider sei der ehemalige Bürgermeister mittlerweile verstorben.

Eine Chronik wollen neben Laackmann und Müller auch Angela Kunstmann, Jürgen Behrmann und Alexander Schmohl nun nachholen. „Das erste Mal haben wir uns im Oktober getroffen“, sagt Laackmann. Zu Beginn bestand die Hauptaufgabe darin, Material zu sammeln. Mittlerweile trifft sich die Gruppe alle 14 Tage. Einen großen Teil der Fotos und Informationen hat Müller schon in den 1960er Jahren zusammengetragen: „Ich habe immer zugehört, wenn meine Eltern etwas erzählt haben. Und wir haben auch immer die Zeitungsartikel gesammelt.“ Später sei sie dann im Dorf von Haus zu Haus gegangen und habe nach Fotos gefragt. „Damals hatten wir ja noch Dias. Von denen habe ich mir dann Abzüge gemacht.“ Die Bilder hat sie in ein schweres Buch mit braunem Ledereinband geklebt und fein säuberlich beschriftet.

Jetzt – mehr als 50 Jahre später – sieht man dem Fotoalbum die Zeichen der Zeit deutlich an. Das Papier ist an den Rändern vergilbt und die Intensität der größtenteils Schwarz-Weiß-Fotografien hat nachgelassen. „Aber zum Glück haben wir ja den Alex, der kennt sich aus mit Technik“, sagt Müller. Schmohl konnte die alten Bilder einscannen und so aufbereiten, dass sie sich für Kalender und Buch eignen. Doch nicht alle Fotos in dem Kalender und der Chronik stammen aus den alten Zeiten. Viele hat die Gruppe in den vergangenen Monaten selbst gemacht. „Das Buch soll etwa 100 Seiten lang werden und zu zwei Dritteln aus Fotos bestehen“, verrät Laackmann. Die Themen seien vielseitig: Von dem politischen Werdegang der Gemeinde, über die Freiwillige Feuerwehr bis hin zur Schule. Und natürlich dürfe weder die Wulfsmühle noch der Heidehof fehlen. Auf den letzten Seiten soll der Leser anhand von Fotos von damals und heute durch Tangstedt „spazieren“. Das Buch werde die wichtigsten Aspekte der Geschichte der Gemeinde umfassen, aber bestimmt gibt es noch viel mehr über das Dorf, meint Laackmann und ergänzt: „Wir wollen zumindest einen Anfang machen.“

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