Stadtradeln in Pinneberg : Der ADFC ist von der Resonanz enttäuscht

Bürgermeisterin Urte Steinberg (v. l.), Gabriele Winter vom Fachdienst Verkehr und Ulf Brüggmann vom ADFC starteten die letzte Tour.
1 von 3
Bürgermeisterin Urte Steinberg (v. l.), Gabriele Winter vom Fachdienst Verkehr und Ulf Brüggmann vom ADFC starteten die letzte Tour.

Organisatoren diskutieren Zukunft des Rad-Aktionstags und kritisieren das Stadtmarketing.

shz.de von
30. Juni 2015, 16:00 Uhr

Pinneberg | Richtig zufrieden war Ulf Brüggmann vom Allgemeinen DeutschenFahrrad-Club (ADFC) Pinneberg zum Abschluss des Stadtradelns und beim ersten Rad-Aktionstag vor der Drostei nicht. „Ich hätte mir mehr Resonanz gewünscht. Wir haben uns im Vorfeld natürlich deutlich mehr Beteiligung erhofft“, so der Organisator der finalen Fahrradtour im Städtewettstreit.

Vier Stunden präsentierte sich der ADFC mit zwölf Helfern, die über Verkehrssicherheit informierten, zusammen mit zahlreichen Vereinen wie der Lokalen Agenda 21 mit ihrem Energiefahrrad, den Radsport- und Naturfreunden Pinneberg und dem Tandemclub auf dem Drosteivorplatz. Die Resonanz: Überschaubar.

„Ich bin vom Stadtmarketing sehr enttäuscht“, sagte Brüggmann. Gerade von Seiten der Marketingprofis habe er sich mehr Unterstützung gewünscht. Er fühlte sich dort ungewollt. Dennoch wolle er an der Idee des Aktionstags festhalten. „Wir werden das in den kommenden Wochen diskutieren“, so Brüggmann. Eine Veränderungsidee sei der Name. „FahrRad-Tag“ war eine der Ideen, die Brüggmann ins Spiel brachte. „Die Codierungsaktion lief sehr gut. Vielleicht müssen wir auch das in den Vordergrund stellen“, so das ADFC-Mitglied.

Auch im Städtewettkampf mit Elmshorn beim Stadtradeln musste Brüggmann eine Niederlage hinnehmen. Zumindest vorerst. Sonntagnacht Schlag null Uhr endete die Datenerfassung beim Stadtradeln. „Montag sind wir erstmals in den drei Wochen hinter Elmshorn gerutscht“, so Brüggmann. Sonntagnacht blieb der Kilometerzähler bei 127.688 Kilometern stehen. Er radelt von 1110 registrierten Pedalrittern. In Elmshorn hatten sich 211 Radler mehr registriert und 152.741 Kilometer eingetragen. Doch gab sich Brüggmann kämpferisch: „Wir haben noch eine Woche Zeit für Nachmeldungen. Ich hoffe auf einen Endspurt, bei dem viele noch ihre Kilometer nachtragen. Ich gebe noch nicht auf.“

So würden unter anderem die Kilometer der Fahrradgruppe der Volkshochschule Pinneberg fehlen. Bürgermeisterin Urte Steinberg war mit dem Ergebnis zufrieden: „Wir haben gehofft, dass wir den Wert aus dem Vorjahr verdoppeln und haben ihn verdreifacht. Das ist super.“ 2014 waren die Pinneberger während der drei Stadtradel-Wochen 42.680 Kilometer gefahren. Bei einer gemeinsamen Radtour mit der Bürgermeisterin rund um Pinneberg über 27 Kilometer sammelten die Pinneberger Pedalritter weitere Kilometer für die Endabrechnung.

Präsentation auf dem Drosteivorplatz

„Ich kann nicht nur Oldtimer, sondern auch Fahrräder“, sagte Klaus-Jürgen Behnke, Vorsitzender von Pinneberg Mobil. Auf dem Drosteivorplatz präsentierte er unter anderem ein Adler Fahrrad aus dem Jahr 1935 und ein Modell von Diamant von 1937. „Diamant hat 1931 die heutige Fahrradkette entwickelt und auch den Gesundheitslenker patentiert“, informierte der Besitzer von sechs historischen Fahrrädern.

Über den Lenker machte sich Hans-Joachim Arndt keine Gedanken, dieser befindet sich bei seinem Elektromobil C5 unter den Knien. „Das habe ich noch zu D-Mark-Zeiten gekauft“, erläuterte der 81-jährige Pinneberger. Das Fahrzeug wurde 1985 von Sir Clive Sinclair, der sein Geld mit dem Mikrocomputer Sinclair verdiente, dessen Verkaufszahlen erst durch den Kultrechner Commodore C64 übertroffen wurden. 14.000 C5s wurden produziert, aber nur 5000 verkauft.

„Ich habe mir den für das Alter aufgehoben“, sagte Arndt. Die Fahrradtour ließ er aber sausen: „Der C5 ist wegen des Gewichts ganz schön schwer zu fahren. Für die Strecke bin ich dann doch zu alt.“

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen