Denkmalschutz bremst Investor aus

Unten Gewerbe, oben Wohnungen und vier Geschosse. Das waren die Pläne. Doch seit Anfang des Jahres besteht für das Gebäude am Fahltskamp 11 ein Schutzstatus.  Fotos: Erdbrügger/Oster
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Unten Gewerbe, oben Wohnungen und vier Geschosse. Das waren die Pläne. Doch seit Anfang des Jahres besteht für das Gebäude am Fahltskamp 11 ein Schutzstatus. Fotos: Erdbrügger/Oster

Fahltskamp: Hamburger Architekt darf Gebäude nicht mehr abreißen

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13. Juli 2018, 16:41 Uhr

Mit großen Plänen sind die Unternehmer Singh aus Hamburg nach Pinneberg gekommen. Sie haben das Grundstück an der Ecke Bahnhofstraße/Fahltskamp in Pinneberg, in dem auch das Restaurant Elena untergebracht ist, gekauft. Nach dem Abriss des Gebäudes sollte ein Neubau mit 34  Wohnungen und Gewerbeflächen errichtet werden. Auch das Restaurant sollte dort wieder neu eröffnen. Von einer Investitionssumme von etwa fünf Millionen Euro war die Rede.

Doch daraus wird vorerst nichts: „Das Gebäude steht unter Denkmalschutz“, sagt Architekt Jürgen Baars (Foto), der für die Pläne verantwortlich zeichnet. „Jetzt ist es nicht mehr möglich, das Gebäude viergeschossig zu bauen. Auch die Holztreppe im Restaurant darf nicht abgerissen werden“, erläutert Baars, der verärgert ist, denn das Projekt steht wohl vor dem Aus. „Drei junge Leute haben es gekauft“, gibt er zu bedenken.

Was ist passiert? 2008 war das Gebäude am Fahltskamp noch ein einfaches Kulturdenkmal, so der Kreis Pinneberg. Dann kam 2015 die Denkmalschutzreform. Alle Denkmäler standen noch einmal auf dem Prüfstand. Mit dem Ergebnis, dass bislang einfache Denkmäler in die neue Denkmalliste aufgenommen wurden. So auch das Gebäude am Fahltskamp, wie der Kreis Pinneberg auf Anfrage unserer Zeitung mitteilte. Und weiter: Es handele sich um ein besonderes Denkmal. Im Denkmallistenauszug heißt es, dass das Gebäude um 1870 entstanden und gut erhalten sei. Auf dessen Höhe habe man einst den Wochenmarkt veranstaltet. Das Gebäude zeuge vom Ausbau dieser alten Straße zum Innenstadtkern des 1875 zur Stadt erhobenen „Fleckens“ Pinneberg, heißt es in der Begründung. Es wird von einem geschichtlichen und städtebaulichen Denkmalwert gesprochen.

Doch Baars will sich damit nicht abfinden. Er habe Gespräche mit Vertretern der CDU und SPD geführt. Außerdem sei der Bebauungsplan von der Behörde falsch aufgestellt worden. Was hat der Architekt jetzt vor, wie lautet sein Plan B? Baars überlegt,eine Abrissgenehmigung zu beantragen. „Wird sie abgelehnt, gehen wir gerichtlich dagegen vor.“

So einfach wird es aber nicht laufen: „Wenn ein Gebäude unter Denkmalschutz steht, kann man es nicht abreißen“, sagte gestern Birgit Köhnke, Sprecherin der Kreisverwaltung.

Das Ratskellergebäude auf der anderen Seite des Fahltskamps hatten die Unternehmer bereits gekauft und saniert. Die neuen Pläne für das Gebäude am Fahltskamp 1 – sie liegen erst einmal auf Eis.

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