Tornesch : Demo für die Polizeistation

Protestkundgebung in Tornesch: Vom Bahnhof marschierten die Demonstranten über die Ahrenloher Straße bis zur Polizeiwache am Thujaweg.
1 von 2
Protestkundgebung in Tornesch: Vom Bahnhof marschierten die Demonstranten über die Ahrenloher Straße bis zur Polizeiwache am Thujaweg.

150 Menschen demonstrieren für Erhalt der Tornescher Polizeistation. Thema Schließung heute Abend im Hauptausschuss.

shz.de von
11. Mai 2015, 14:15 Uhr

Tornesch | Kurz vor dem Startschuss hatten sich bei Nieselregen nur wenige Menschen am Bahnhofsplatz eingefunden. Doch als Petrus seine Himmelsschleusen schloss und die Sonne kurz hinter den Wolken hervorlugte, erhellten sich auch die Mienen der Veranstalter. Etwa 150 Demonstranten trafen sich am Sonnabendvormittag, um gegen die geplante Schließung der Tornescher Polizeistation zu protestieren. „Das ist ein gutes Zeichen für das Stimmungsbarometer, wie die Bevölkerung zu ihrer Polizei steht“, freute sich CDU-Ortsverbandsvorsitzender Reinhard Nürnberg, der die Veranstaltung organisiert hatte.

Einer der Ersten am Bahnhof war Heinz Holstein (79). Der gebürtige Ostpreuße lebt seit 48 Jahren in Tornesch und will sich mit einer Verlegung der Wache in die Nachbarstadt Uetersen nicht abfinden. „Wenn man auf die Kreiskarte schaut, ist Tornesch und nicht Uetersen der Mittelpunkt. Die Wache muss bleiben, hier sind der Bahnhof und die Autobahn“, schimpfte der Rentner. Und: „Es würde viel zu lange dauern, bis die Polizei aus Uetersen in einem Einsatzfall hier ist. Ich habe das Gefühl, dass Tornesch langsam zerschlagen werden soll.“

„Man kann und darf die Sicherheit nicht zurückstellen, nur um Geld zu sparen“, kritisierte auch Organisator Nürnberg. Der 66-Jährige weiß, wovon er spricht: Er stand 40 Jahre in Diensten der Hamburger Polizei und hat dort Zusammenlegungen von Wachen hautnah erlebt. Zu den Demonstranten hatten sich auch zwei Kreistagsabgeordnete gesellt: Burghard Schalhorn (KWGP) aus Klein Nordende und der Tornescher Erhard Wasmann (CDU). Schalhorn: „Bei der Größe Torneschs ist es nicht in Ordnung, wenn es dort keine Polizeistation mehr gibt. Die Bürger haben ein Recht darauf, vor Ort betreut zu werden.“

Vom Bahnhofsplatz marschierte der Demonstrationszug über die Ahrenloher Straße bis zur Polizeiwache am Thujaweg. Sechs Beamte vom Polizeirevier Wedel sorgten unter der Einsatzleitung von Polizeihauptkommissar Marcel Kretschmer für die Sicherheit der Protestler. Der Autoverkehr stadtauswärts Richtung Autobahn staute sich am Sonnabend kurzzeitig über mehrere hundert Meter. Am Ziel angekommen, rief Nürnberg die Demonstranten dazu auf, zur öffentlichen Sitzung des Tornescher Hauptausschusses, die heute um 19 Uhr im Rathaus an der Wittstocker Straße beginnt, zu erscheinen. Offiziell eingeladen ist Polizeidirektor Frank Matthiesen, stellvertretender Leiter der Polizeidirektion Bad Segeberg, der den Stadtpolitikern zur geplanten Verlegung der Tornescher Wache nach Uetersen Rede und Antwort stehen wird.
 

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen