Kreis Pinneberg : Dem Holzbockkäfer auf der Spur

Die Spürhunde „Cara“ und „Tara“ mit ihren Führerinnen Angelika Jensen (links) und Gisela Stegelmann-Müller stellen ihr Können unter Beweis.
Die Spürhunde „Cara“ und „Tara“ mit ihren Führerinnen Angelika Jensen (links) und Gisela Stegelmann-Müller stellen ihr Können unter Beweis.

Die Landwirtschaftskammer und der Baumschulverband rüsten sich mit Spürhunden gegen die Asien-Schädlinge.

shz.de von
02. Februar 2014, 12:00 Uhr

Um der Bedrohung der heimischen Hölzer durch asiatische Laubholzbockkäfer wirksam entgegen treten zu können, wappnen sich Landwirtschaftskammer und Baumschulwirtschaft Schleswig-Holsteins derzeit mit dem gezielten Einsatz von zertifizierten Spürhunden gegen die Schädlinge. Im Gartenbauzentrum Ellerhoop-Thiensen stellten die Hundeführerinnen Gisela Stegelmann-Müller und Angelika Jensen am letzten Freitag dazu ihre speziell ausgebildeten Vierbeiner „Cara“ und „Tara“ vor.

Die aus Asien stammenden Käfer sind wesentlich größer als heimische Borkenkäfer und greifen je nach Art sowohl den Grünbewuchs als auch den Wurzelbestand an. Aus Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen gibt es bereits Befallmeldungen. Schleswig-Holstein ist davon allerdings bisher noch nicht betroffen, auch wenn es einzelne Funde in Holzpaletten gab, mit denen Granitsteine aus Fernost angeliefert wurden.

Das Pinneberger Baumschulland ist nun bundesweit die erste Region, die gezielt Käferspürhunde zum Schutz vor den aggressiven Schädlingen einsetzt. Die Ausbildung zur „zertifizierten Spürnase“ erfuhren die einjährige „Cara vom Segeberger Forst“ (ein „Epagneul français“) und der vierjährige Beagle „Tara“ im österreichischen Ossiach.

Beide Hunde werden bei ihrer Suche nach Käferlarven abwechselnd jeweils eine halbe Stunde eingesetzt, damit sich die Riechnerven der Tiere nach der nasen-intensiven Konzentrationsarbeit kurzzeitig wieder regenerieren können. Einsatzorte sind neben Befalls-Gebieten Flughäfen, Verpackungskontrollen im Hafen sowie Import-Kontrollen in Baumschulen. „Hunde sind wegen ihrer Geländegängigkeit die idealen Aufspürer. Im Extremfall können sie Larven bis in sechs Meter Höhe riechen“, erklärt Jensen. „Für das Entdecken der gefährlichen Holzbockkäfer ist die Ausbildung und der Einsatz von Suchhunden wesentlich günstiger als Detektionsmethoden durch Geräte.“ Weltweit werden durch Käfer Schäden in Milliardenhöhe verursacht.

Dieser Beitrag wurde dem "Tageblatt am Sonntag" entnommen.

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