Ehrenamtler gesucht : Dem Deutschen Rotes Kreuz in Pinneberg gehen die Helfer aus

Es werden Helfer für mehrere Fachbereiche gesucht. Blutspende-Team muss neu zusammengesetzt werden.

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29. Mai 2018, 12:00 Uhr

Pinneberg | Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Pinneberg braucht Hilfe: Die kommissarische Leiterin Susi Wohlers sucht händeringend nach neuen ehrenamtlichen Helfern. Beim Jugendrotkreuz, der Wasserwacht und dem Katastrophenschutz könnte es nach Wohlers’ Wünschen üppiger sein. Die Wasserwacht sucht vor allem für den Schwimmunterricht, für den ein Lehrschein erforderlich ist. Der Katastrophenschutz ist in den Räumlichkeiten Am Hafen hauptsächlich in Bereitschaft: Im Notfall unterstützt eine Sanitätsgruppe professionelle Einsatzkräfte, zwei Betreuungsgruppen gehören ebenfalls dazu. Auch bei Großveranstaltungen wie dem Quellentalfest oder WakeUp Pi sind die Helfer vor Ort und Hände werden immer gebraucht. Die größte Not hat aber der Fachbereich Blutspende: Die Leiterin Petra Timm gibt aus persönlichen Gründen auf und ein Großteil des Teams geht mit ihr – die meisten altersbedingt.

Hilfe für Empfang und Bistrobetrieb

Nur zwei, mit Glück drei Teammitglieder bleiben erhalten. Aus einem anderen Team abziehen will Wohlers niemanden. „Die Fachbereiche haben genug zu tun. Ich bin froh, wenn jeder in seinem eigenen das macht, was er soll“, sagt sie. Neue Helfer müssen her. Wohlers wünscht sich vor allem etwas jüngeren Zuwachs, der länger bleiben will. „Wir brauchen verlässliche Menschen“, sagt sie. Sechs bis sieben Helfer müssen es bei der Blutspende mindestens sein. Die Aufgabe ist eine vergleichsweise einfache: Es geht um den Empfang, die Registrierung und den Bistrobetrieb, der nach der Blutspende dafür sorgt, dass die Spender zu Kräften kommen. „Es macht also nichts, wenn jemand kein Blut sehen kann, damit haben die Helfer gar nichts zu tun.“ Für die Entnahme – verdeckt hinter Trennwänden – kommt ein Team vom Blutspendedienst Nord-Ost aus Lütjensee. Zwischen 500 und 600 Menschen spenden in Pinneberg beim DRK jährlich ihr Blut.

„Es geht um fünf Doppeltermine im Jahr. Darauf ist der Zeitaufwand begrenzt“, plädiert Wohlers. Immer donnerstags und freitags findet die Blutspende im DRK Treffpunkt in der Berliner Straße 11 in Pinneberg statt. Sie läuft von 15.30 bis 19 Uhr, um 13.30 Uhr startet das DRK-Team mit seiner Arbeit. „Das Essen wird von uns selbst gemacht für etwa 50 bis 60 Personen pro Tag“, erläutert Wohlers. „Am besten arbeiten die Helfer in Schichten. Zu viele dürfen es auch nicht sein, sonst tritt man sich auf die Füße.“ Zu den Aufgaben gehört auch das Umräumen der Tische und das Reinigen der Küche. Der nächste Termin ist am 12. und 13. Juli. Potenzielle Helfer sind eingeladen, reinzuschnuppern. Timm schlägt zudem einen Kompromiss vor: „Ich bin im Notfall bereit, einen Nachfolger bis Ende des Jahres einzuarbeiten, damit keiner ins kalte Wasser geworfen wird.“

Auch ein Erster Vorsitzender fehlt

Das DRK Pinneberg schlägt sich schon länger mit noch einem anderen Problem rum: Es fehlt nach wie vor ein Erster Vorsitzender. Während der Jahreshauptversammlung diesen Monat fand sich erneut kein Kandidat (wir berichteten). Kommissarisch leitet Wohlers gemeinsam mit Christin Klenzendorf seit 2014 den Verein. „Wir suchen händeringend jemanden für den Vorsitz“, sagt sie. „Wir behelfen uns nur so.“ Es ginge vor allem darum, neue Anstöße zu geben. „Ein Kandidat muss nicht unbedingt in der Materie drin sein. Die Fachbereiche arbeiten alle selbstständig.“ Zu den Aufgaben gehört, eine Verbindung ins Rathaus zu halten, zu repräsentieren, Entscheidungen mit zu treffen und Mittel zu beschaffen. Derzeit werden etwa 70 000 Euro für eine mobile Sanitätsstation benötigt. Dazu kommt die Vorstandssitzung einmal im Monat.

Wer Interesse hat, einen Fachbereich zu unterstützen, oder sogar den Vorsitz anzutreten, kann sich für weitere Informationen bei Wohlers unter Telefon (0 41 01) 2 22 29 oder (01 60) 8 59 79 53 sowie per E-Mail an info@drk-pinneberg.de melden. Sie appelliert: „Wir brauchen Hilfe, um helfen zu können.“

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