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Pinneberger Tageblatt

24. Oktober 2017 | 00:39 Uhr

Helgoland : Dem Aquarium droht das Aus

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Das Denkmalgeschütztes Gebäude ist marode. Der Betreiber fordert Fördermittel von der Kommune, dem Land und dem Bund für Sanierungsmaßnahmen.

shz.de von
erstellt am 07.Mai.2014 | 06:00 Uhr

Helgoland | Helgoland könnte zum Jahresende um eine Attraktion ärmer werden: Dem Aquarium auf Deutschlands einziger Hochseeinsel droht das Aus. Wie ein Gutachten ergab, ist das denkmalgeschützte Gebäude an der Kurpromenade so marode, dass nur eine elf Millionen Euro teure Sanierung einen Abriss verhindern könnte. So viel Geld „kann und will“ der Betreiber des Aquariums – das Alfred-Wegner-Institut (AWI) – nicht aus seinem Forschungs-Etat bezahlen, da das Helgoländer Aquarium nur wenig zur AWI-Forschung beitrage. Laut AWI ist das Aquarium vor allem für Helgoland-Besucher und die Umweltbildung von Bedeutung.

Eigentümer des denkmalgeschützten Gebäudes ist indes der Bund. Seit mehreren Jahren führe das Direktorium bereits Gespräche mit der Gemeinde Helgoland, dem Land Schleswig-Holstein und dem Bund, um gemeinsam Fördermittel für einen Neustart des Aquariums zu erschließen. Bisher ohne Erfolg, hieß es beim AWI: „Sollte sich bis Jahresende keine kurzfristige Lösung abzeichnen, muss der Aquariumsbetrieb aus Sicherheitsgründen leider eingestellt werden.“

Das Forschungs-, Lehr- und Schauaquarium der Biologischen Anstalt Helgoland (BAH) stellt ein Bindeglied zwischen der Wissenschaft und der Öffentlichkeit dar. Laut Betreiber übt es auf Besucher „als lebendiges Schaufenster in die Unterwasserwelt der Nordsee eine starke Anziehungskraft aus“. In den 19 Becken, die charakteristisch den Lebensräumen im Meer nachempfunden sind, können die Gäste sowohl Tiere als auch Pflanzen bewundern. Mithilfe der umfangreichen technischen Ausstattung, beispielsweise durch spezielle Filter- und Pumpsysteme, wird die Einrichtung kontinuierlich mit frischem Nordseewasser versorgt, sodass sich durch Stoffwechsel bedingte Schadstoffe nicht anreichern können. Zudem wird darauf geachtet, dass andere Naturereignisse, wie beispielsweise durch Jahreszeiten verursachte Temperaturschwankungen, in den Becken vorherrschen. „Durch die sorgfältige Pflege, artgerechte Ernährung und die besonders naturnahen Bedingungen lassen sich viele der gezeigten Fische, Krebse, Stachelhäuter und Weichtiere regelmäßig zur Fortpflanzung bringen“, teilt das AWI mit. Die besondere Attraktion der Einrichtung im Osten der Insel ist das Arenabecken, in dem Haie, Rochen und einer der letzten Nordseestöre zu Hause sind. In dem mehr als 11.000 Liter umfassenden Becken befindet sich zudem der selten gewordene blaue Helgoländer Hummer sowie einige Streifenbarbe und Wolfsbarsche.

Das Aquarium Helgoland an der Kurpromenade 201 auf Helgoland wird laut eigenen Angaben von etwa 25.000 Gästen im Jahr besucht. Es ist vom 1. April bis 31. Dezember täglich in der Zeit von 9.30 Uhr bis 16.30 Uhr geöffnet (außer montags). Der Eintritt kostet fünf Euro, Kinder bis 16 Jahre zahlen am Einlass nur drei Euro. Mehr Informationen zu der Forschungseinrichtung gibt es unter www.awi.de/de/entdecken/aquarium
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