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Prozess gegen Mann aus Quickborn : "Deine Leiche taucht in der Elbe auf"

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Er soll seine Ehefrau mit dem Tod gedroht und sie vergewaltigt haben - die Kinder werden Zeugen mehrerer Attacken.

shz.de von
erstellt am 09.Jan.2014 | 06:00 Uhr

Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft wiegen schwer: Ein 43 Jahre alter Quickborner soll seine Frau im gemeinsamen Haus während der vergangenen Jahre immer wieder misshandelt haben. Nachdem die 32-Jährige die Scheidung verlangte, soll er seine Frau gefesselt, ihr mit dem Tod gedroht und sie mehrfach vergewaltigt haben. Seit gestern muss er sich vor dem Landgericht Itzehoe verantworten.

Immer wieder Schläge


Die Frau berichtete von einer langen Leidensgeschichte. Zwischen 2003 und 2013 habe sie öfter Schläge einstecken müssen. Sie leide bis heute an einer vor Jahren erlittenen Kieferverletzung. Mehrfach habe sie ihren Mann bei der Polizei angezeigt, die Anzeigen aber immer wieder zurückgezogen, weil er Besserung gelobt habe. "Nach einem Antiaggressionstraining wurde es erst mal besser", sagte die 32-Jährige.

An einem Junitag des vergangenen Jahres aber soll der Quickborner seine Frau nach einem Streit mit dem Kopf gegen eine Türzarge gestoßen, sie fünf Tage später auch mit einem Kopfstoß, Faustschlägen und Fußtritten traktiert haben. Ein Arzt soll schwere Prellungen festgestellt haben. Die heute elf und zwölf Jahre alten Söhne wurden laut Anklage ebenfalls verletzt, als sie sich schützend vor die Mutter stellten.

Nach einigen Wochen treffen die Noch-Ehepartner einer Vereinbarung, wie die Frau sagte. Sie will die Anzeigen erneut zurückziehen, wenn er der Scheidung zustimmt und das gemeinsame Haus verkauft wird. An einem Tag Mitte Juli schließlich wollten sie es deswegen renovieren.

Es war der Beginn einer Tortur, welch die Frau unter Tränen so schilderte: Der Quickborner zerrt sie am Vormittag von einer Leiter, mit deren Hilfe sie Möbel abdeckt, trägt sie ins Obergeschoss und fesselt sie mit Klebeband an einem Stuhl. Er klebt ihr auch den Mund ab. Dann droht er, sie zu töten. "Wenn du die Trennung willst, habe ich keine andere Wahl", zitierte sie ihren Mann. Mit einem Baseballschläger streicht er über ihren Kopf. "Du kannst dir aussuchen, von welcher Seite ich dich erschlage. Du hast Zeit bis 18 Uhr. Deine Leiche taucht dann irgendwo in der Elbe auf." Erst das Versprechen, bei ihm zu bleiben, scheint ihn zu beruhigen. Er löst die Fesseln. Doch dann will er Sex. Er zieht die Frau aus, legt sie auf eine Couch und vergewaltigt sie. Dabei zwingt er sie auch zum Analverkehr. "Ich hatte solche Angst und konnte mich nicht wehren", sagte die Frau vor Gericht. Nach ihrer Aussage vergewaltigt ihr Mann sie am Abend noch zwei Mal im Schlafzimmer des Hauses. Am folgenden Morgen meldete sich die Frau bei der Polizei. Ihr Mann wurde daraufhin festgenommen. Er sitzt in Untersuchungshaft.

Der Angeklagte äußerte sich nicht zu den Vorwürfen. Der Prozess soll am Dienstag, 14. Januar, fortgesetzt werden.

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