Drei Tote in Schenefelder Seniorenheim : Defekter Fernseher schuld an Feuerdrama?

163 Rettungskräfte aus dem Kreis Pinneberg und  Hamburg waren am Freitagnachmittag in Schenefeld im Einsatz.
163 Rettungskräfte aus dem Kreis Pinneberg und Hamburg waren am Freitagnachmittag in Schenefeld im Einsatz.

Nach dem Feuer mit drei Toten in Schenefeld gehen die Ermittlungen nach der Ursache weiter. Die Polizei geht davon aus, dass ein Fernseher implodierte. Die Stiftung Patientenschutz fordert, Seniorenheime mit Löschanlagen auszustatten.

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02. Juni 2014, 10:00 Uhr

Schenefeld | Drei Menschen sind am vergangenen Freitag beim Brand in der Seniorenresidenz Rüpcke ums Leben gekommen. Die Kriminalpolizei Pinneberg geht nach ersten Erkenntnissen davon aus, dass in einem Zimmer im Dachgeschoss des Schenefelder Pflegeheims ein Fernseher implodierte und so Ursache für den verheerenden Brand war. Das sagte gestern Sandra Rüder von der Polizeidirektion Bad Segeberg auf shz-Nachfrage. Mit absoluter Sicherheit könne die Brandursache jedoch noch nicht benannt werden. „Wir gehen aber nicht davon aus, dass jemand einen Brand gelegt hat“, sagte Rüder. Gewissheit gebe es erst nach Abschluss der Ermittlungen der Kriminalpolizei, die heute beginnen. Dafür zögen die Beamten, wenn nötig, auch spezielle Brandermittler vom Landeskriminalamt hinzu, so die Polizeisprecherin weiter.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz forderte nach dem Unglück an der Straße Achterndiek, dass in Pflegeheimen automatische Feuerlöschanlagen gesetzlich vorgeschrieben sein sollten. Diese seien in Lagerhallen bereits gang und gäbe. Das Konzept, in Senioreneinrichtungen lediglich auf Brandmeldeanlagen zu setzen, funktioniere nicht, sagte Eugen Brysch vom Stiftungsvorstand in Dortmund am vergangenen Sonnabend.

Um 16.21 Uhr war das Feuer im zweiten Obergeschoss der Seniorenresidenz ausgebrochen. Da die alarmierte Feuerwehr bereits beim Eintreffen am Unfallort von mindestens elf verletzten Personen ausgegangen war, forderte die Einsatzleitung sämtliche Nachbarwehren und Drehleitern an. Zudem wurden das DRK sowie das THW aus Pinneberg und Elmshorn und der Rettungsdienst hinzugezogen.

Die Kameraden mussten 14 Personen mit Fluchthauben und über Drehleitern aus dem Gebäude holen. Für drei Frauen der insgesamt 98 Bewohner kam jedoch jede Hilfe zu spät – nach shz-Informationen starben zwei von ihnen in den Flammen, die dritte an einer Rauchgasvergiftung. Zur Identität der Toten machte die Polizei gestern keine Angabe. Zudem erlitten mehrere Senioren und Feuerwehrleute bei dem Feuer, das binnen einer Stunde gelöscht war, Rauchgasvergiftungen. 

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