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Pinneberger Tageblatt

16. August 2017 | 19:56 Uhr

Kreis Pinneberg : Debattieren wie die Profis

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Pinneberger, Elmshorner und Uetersener gewinnen „Jugend debattiert“-Regionalentscheid in Itzehoe und nehmen am Landesentscheid teil.

Kreis Pinneberg | Sie diskutieren leidenschaftlich und argumentieren hart. Doch niemand fällt dem anderen ins Wort, wird unsachlich oder gar persönlich. Die 24 Teilnehmer des Wettbewerbs „Jugend debattiert“ präsentieren sich während des Regionalentscheids im Itzehoer Sophie-Scholl-Gymnasium (SSG) schon fast wie Profis. Entsprechend schwer fällt es der Jury, die vier Sieger zu bestimmen, die nun zum Landesentscheid nach Kiel fahren dürfen. Doch nach ausführlicher Diskussion stehen die Gewinner fest: Jeweils ein Schüler aus Itzehoe, Elmshorn, Pinneberg und Uetersen wird am Dienstag, 10. März, in der Landeshauptstadt diskutieren.

„Sollen unsere Gemeinden mehr Flüchtlinge aufnehmen“, lautet das Thema in der Sekundarstufe II, also den Klassen 10, 11 und 12. Bei den jüngeren Schülern aus den Klassenstufen 8 und 9 wird über ein Umweltpfand für Mobiltelefone diskutiert. Zwei Schüler vertreten die Pro-, zwei die Contra-Seite. Zunächst darf jeder zwei Minuten sprechen, es folgt eine zwölfminütige Aussprache bevor jeder Teilnehmer 60 Sekunden Zeit für seine Schlussrede hat. Alles ist genau geregelt. So auch die Kriterien, die zur Beurteilung herangezogen werden: Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft. Die Themen werden den Teilnehmern zudem erst zehn Tage vor dem Wettbewerb mitgeteilt. Auch welche Position ein Teilnehmer vertritt, wird vorgegeben.

Insgesamt sechs Schulen aus den Kreisen  Pinneberg und Steinburg hatten jeweils vier Teilnehmer ins Rennen geschickt. Außer Gastgeber SSG waren Schüler der Itzehoer Kaiser-Karl-Schule, der Pinneberger Johannes-Brahms-Schule, des Ludwig-Meyn-Gymnasiums in Uetersen sowie von Bismarck- und Elsa-Brändström-Schule in Elmshorn am Start. „Das Spannende ist, eine Meinung einzunehmen, die man selber nicht vertritt“, sagte der 17-jährige SSG-Schüler Niklas Hachmann. Für Max Petersen, der ebenfalls das Itzehoer Gymnasium besucht, bestand die Herausforderung darin, ohne Notizen agieren zu müssen. „Da hat man schon einzelne Argumente vergessen“, so der 16-Jährige. Hachmann und Petersen debattierten im Finale der Sekundarstufe II mit Joris Poggensee (18) von der Kaiser-Karl-Schule sowie Frederik Lemke (18) von der Johannes-Brahms-Schule. Letztlich hatten die beiden 18-Jährigen die Nase vorn. Ebenso wie Christoph Meinel vom Ludwig-Meyn-Gymnasium und Moritz Wortmann von der Elsa-Brändström-Schule bei den jüngeren Teilnehmern.

„Jeder Schüler profitiert von dem Wettbewerb, weil er lernt, sich zu einem Thema sachbezogen zu äußern“, sagte Regionalkoordinator Matthias Dietz, Politiklehrer an der SSG. Das sei heutzutage eine Schlüsselqualifikation. Für die Schüler gelte es zudem, miteinander zu sprechen, den anderen ausreden zu lassen und nicht ins Wort zu fallen − „anders als häufig in der Politik“, so Dietz. Sein Fazit: „Alle Teilnehmer haben eine tolle Leistung gebracht.“

Die vier Sieger freuen sich nun auf die nächste Runde, bei der sie im März im Kieler Landtag diskutieren dürfen. Damit sie optimal vorbereitet sind, erhalten sie vorher eine Rhetorik-Schulung.

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erstellt am 12.Feb.2015 | 10:00 Uhr

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