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Zwischen Gesundheit und Migration : Das Ziel: Sprachbarrieren knacken

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Selbsthilfe: Gemeinsame Projekte und neue Wege zwischen Gesundheit und Migration.

shz.de von
erstellt am 04.Mai.2017 | 11:55 Uhr

Rellingen | Allein in der Kreisstadt Pinneberg leben 6000 Menschen mit türkischen Wurzeln, wie Baris Karabacak, Vorsitzender des Vereins Brücken der Kulturen, erklärt. Vor allem bei den Migranten der ersten Generation – die oftmals in den 1960ern als Gastarbeiter nach Deutschland gekommen sind – gibt es vielfach noch Probleme mit der deutschen Sprache: „Gerade wenn es um Ärztesprache oder Behörden geht“, wie Karabacak berichtet. Die zentrale Kontaktstelle für Selbsthilfe des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) bietet mit der AOK-NordWest jetzt ein Projekt für Migranten an, um diese sprachlichen Barrieren zu überwinden.

Im Rahmen des Projektes werden komplexe Themen zum Beispiel auf Polnisch oder Türkisch referiert. Fünf Vorträge zu gesundheitsrelevanten Bereichen fanden bereits statt. Diese Vorträge mit Schwerpunkten wie Depression und dem Umgang mit dieser Krankheit, Diabetes und Bluthochdruck sorgten bislang für großes Interesse, wie das DRK mitteilt.

Der nächste Vortrag am Mittwoch, 17. Mai, bietet Informationen zur Pflegeversicherung in türkischer Sprache an. Referieren wird die Krankenschwester und Pflegetrainerin Figen Olgun. Sie erläutert: „Ich werde unter anderem über Gesetzesänderungen in der Pflege, die unterschiedlichen Pflegegrade und Leistungsmöglichkeiten der Bedürftigen informieren. Dazu werde ich einige Beispiele anführen.“ Die Veranstalter sind sich sicher: Nicht nur die Besucheranzahl dieser speziellen Informationsabenden, auch die vielen Fragen die im Anschluss gestellt wurden, zeigen, wie sinnvoll dieses Projektes ist.

„Es ist eben auch so, das sich viele Migranten von sich aus nicht trauen, nachzufragen, wenn sie etwas nicht verstehen. Sie nehmen dann eher eventuelle Nachteile in Kauf“, betont Figen Olgun weiter. Das Projekt „Neue Wege zwischen Gesundheit und Migration“ bietet außer den anderssprachigen Vorträgen zu Gesundheitsthemen noch allgemeine Informationen zur Selbsthilfe und zu Selbsthilfegruppen an. Das DRK koordiniert die unterschiedlichen Gruppen: Sowohl für diejenigen, die Hilfe suchen, als auch für Menschen, die eine Selbsthilfegruppe gründen möchten.

Kooperationspartner der Vortragsreihe ist unter anderem der Verein Brücken der Kulturen. Dieser bietet darüberhinaus als Verein ein umfassendes Hilfsprogramm für Menschen aus allen Nationen an. Der von Pinneberger Bürgern gegründete Verein dient nach eigenen Angaben zur Förderung der Integration und des Kulturaustausches. Sie unterstützen Schüler mit Nachhilfekursen, bieten Weiter- und Fortbildungsmöglichkeiten und betreuen die Ausbildungsplatzsuche. Aber auch Freizeitangebote finden sich im Programm des Vereins: Ausflüge, Sportliche Aktivitäten und Tanzkurse sind einige der gebotenen Aktivitäten.

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