„Das wird nicht wie Zeltlager“

Bilden weiterhin den Gemeinderat in Borstel-Hohenraden: Elf der 13 Vertreter – zwei waren verhindert – im Biergarten des örtlichen Schützenhofs.
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Bilden weiterhin den Gemeinderat in Borstel-Hohenraden: Elf der 13 Vertreter – zwei waren verhindert – im Biergarten des örtlichen Schützenhofs.

Konstituierende Sitzung: Harm Kähler von der Freien Wählergemeinschaft wird Bürgermeister in Borstel-Hohenraden

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15. Juni 2018, 16:49 Uhr

Die Gemeinde Borstel-Hohenraden hat einen neuen Bürgermeister. Harm Kähler von der Freien Wählergemeinschaft (FWG) ist für die kommenden fünf Jahre der neue Chef. Das wurde am Mittwochabend im örtlichen Schützenhof an der Quickborner Straße während der konstituierenden Sitzung beschlossen. Wirklich überraschend war diese Wahl nicht mehr. Die FWG hatte bei der Kommunalwahl die meisten Stimmen erhalten. Dem Fraktionsvorsitzenden der FWG, Arndt Kampowsky, war es deshalb vorbehalten, den ersten Vorschlag für das Bürgermeisteramt in den Ring zu werfen. „Ich schlage Harm Kähler vor“, war Kampowskys unmissverständliche Aussage. Gegenvorschläge? Fehlanzeige.

So blieb nur noch zu entscheiden: Soll es Kähler richten oder nicht? Die SPD um die wiedergewählte Fraktionsvorsitzende Wiebke Dicks stellte dabei den Antrag auf eine geheime Wahl. So war es Ingo Grimms (CDU) Aufgabe als ältestes Mitglied diese zu leiten. Einzeln wurden die elf anwesenden Gemeindevertreter zur Wahlurne aus Pappe gebeten.

Das Ergebnis war anschließend deutlich: Neun der elf  Stimmen heimste Kähler ein. Dicks und Grimm, der auch als Fraktionsvorsitzender der CDU in Borstel-Hohenraden gewählt wurde, wurden anschließend als seine Stellvertreter bestimmt. Nach der Vereidigung durch Grimm durfte Kähler zum ersten Mal den Vorsitz des Rates übernehmen. „Das ist mal eine ganz andere Perspektive“, stellte er unter Gelächter fest. Für die Sitzung hatte sich Kähler extra in Schale geworfen – und präsentierte dann kurzerhand ein knallgrünes Shirt, dass er unter dem Jacket und Hemd trug. „Wissenschaftler haben bestätigt: Das Benutzen der Worte Bitte, Danke und Entschuldigung ist nicht schädlich“, war darauf zu lesen. „Ich möchte die Kultur von Bitte, Danke und Entschuldigung weiter im Gemeinderat etablieren“, so Kähler. Anschließend dankte der neue Gemeindechef einigen Wegbegleitern und seinem Vorgänger Jürgen Rahn (CDU) für sein Engagement sowie den Vertretern für den Zuspruch.

„Eine Bekannte sagte zu mir: ,Harm, das Bürgermeisteramt wird nicht wie Zeltlager‘“, erläuterte der neue Gemeindechef den Anwesenden. „Wenn es so wäre, hätte ich auch nichts dagegen.“ Es war nicht der letzte Lacher, den Kähler der Runde im Schützenhof entlockte.

Doch der neue Bürgermeister konnte auch ernste Themen anschlagen. „Wir haben viel zu tun in den kommenden Jahren“, gab er einen Ausblick auf die anstehenden Aufgaben in der Gemeinde. Er appellierte vor allem an die Bürger, sich weiter zu beteiligen.

Kählers erste Amtshandlung war dann eine ganz besondere: Er durfte Werner Moeller als allerersten Ehrenbürger Borstel-Hohenradens auszeichnen. 32 Jahre lang hatte Moeller in fast allen Ausschüssen der Gemeinde Politik gemacht – einige davon bestehen gar nicht mehr. Ebenso verpflichtete der neue Bürgermeister alle elf anwesenden Gemeindevertreter für weitere fünf Jahre.

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