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Am Rande des Prozesses : Das „Warum“ bleibt ungeklärt

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 16.Okt.2014 | 10:31 Uhr

Tornesch/Itzehoe | Der Prozess um den Mord an der 18-jährigen Lisa Marie aus Tornesch hat am Landgericht Itzehoe unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden. Grund dafür ist das Alter des Täters: Er ist erst 16 Jahre alt. Doch bereits am ersten Prozesstag im September teilte die Staatsanwaltschaft während einer Verhandlungspause am Landgericht Itzehoe mit, dass der 16-Jährige ein Geständnis abgelegt habe. Bereits zum zweiten Mal, denn bei seiner Festnahme im März dieses Jahres gab der Schüler ebenfalls zu, die junge Frau erwürgt zu haben, so Oberstaatsanwalt Uwe Dreeßen.

Obwohl kein Medienvertreter während der Verhandlung im Gerichtssaal sitzen durfte, gelangten immer wieder Informationen nach draußen. Demnach sei der 16-Jährige in einem vorläufigen psychiatrischen Gutachten vor Prozessbeginn  für schuldfähig erklärt worden. Am dritten Prozesstag hätten zwei psychiatrische Gutachter jedoch vor Gericht ausgesagt, dass der Jugendliche aufgrund einer psychiatrischen Erkrankung erheblich vermindert schuldfähig und weiterhin gefährlich sei. Mit dieser Aussage hätten sie den Weg geebnet, um den Teenager nach abgesessener Haftstrafe in eine psychiatrische Einrichtung einweisen zu lassen, bis seine Störung austherapiert ist.

Auch Lisa Maries Eltern äußerten sich während der vergangenen Wochen – im Fernsehen. Die Mutter erinnerte sich dabei an den Tag, als sie ihre Tochter zum letzten Mal sah. Diese habe eine Handynachricht von ihrem 16-jährigen Bekannten bekommen. „Er wäre ein bisschen durch den Wind und Lisa soll mal kommen zum Reden und dann ist sie zu ihm gefahren.“ 

Am Schlimmsten sei für die gesamte Familie derzeit, „dass man sie halt nicht mehr hat, ihr Lachen nicht mehr hört, ihr kleines Gemecker über Kleinigkeiten. Das ist das, was fehlt“, berichtete  Lisa Maries Mutter.

Dass jemals das Warum der Tat beantwortet werde, könnten sich die Eltern Lisa Maries nicht vorstellen: „Es gibt keine befriedigende Antwort, auf jede Antwort kommt das nächste Warum.“

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