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Schulchaos in Pinneberg : Das Vertrauen ist zerstört

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Direktoren nehmen aus Protest gar nicht an Sitzung teil. Schulallianz übt harsche Kritik am Vorgehen der Stadtverwaltung.

shz.de von
erstellt am 17.Okt.2015 | 15:00 Uhr

Pinneberg | Seit zwei Jahren vertritt die Schulallianz die Interessen von allen Pinneberger Schulen. Aus Verzweiflung am Sanierungsstau gründete sich die Allianz. Deren Sprecherin Frauke Runden hat sich engagiert, hat gehofft, dass sich die bauliche Situation an den Einrichtungen endlich entscheidend verbessert. Die neusten Hiobsbotschaften rauben ihr jetzt die letzte Kraft und die Fassung. „Unsere schlimmsten Befürchtungen wurden noch übertroffen“, sagt sie. Nur etwa 23 Prozent der im Pinneberger Sanierungsplan festgelegten Bauarbeiten wurden dieses Jahr bisher erfüllt.

Den Offenbarungseid leistete die Stadtverwaltung am Mittwochabend im Schulausschuss. „Der Verwaltung scheint eine ganze Generation von Jugendlichen völlig egal zu sein“, übt Runden harsche Kritik am Verhalten der Verantwortlichen. Ihr Fazit ist vernichtend: „Jegliches Vertrauen in die Pinneberger Verwaltung ist verloren gegangen.“ Keine der Absprachen mit der Schulallianz seien eingehalten worden. „In unseren Augen kann man da schon fast von Vorsatz sprechen“, sagt Runden. „Offensichtlich verwechselt die Verwaltung hier 35 Millionen Sanierungskosten mit 35 Jahren Bauzeit“, ergänzt Runden. Ihr bleibt mittlerweile nur noch der Sarkasmus.

Der Schulaussschuss: Eigentlich ein Pflichttermin für die Schulleitungen. Diesmal nicht. Angesichts des offensichtlichen Stillstands bei der Schulbausanierung verweigerten sich die Direktoren, schrieben einen Protestbrief an Bürgermeisterin Urte Steinberg und die verantwortlichen Schulpolitiker.

„Nach unserem Eindruck ist es den Mitarbeitern der Verwaltung nicht möglich, Vorhaben systematisch und in Kontakt mit den Betroffenen voranzutreiben und in einem angemessenen Zeitraum zu beenden“, heißt es in dem Brief. Und weiter: „Bei der jetzigen, für alle zermürbenden Arbeitsweise sehen wir einen dramatischen Kräfteverschleiß auf allen Seiten.“ Pinnebergs Schulchaos: Es herrscht pure Resignation.

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