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Pinneberger Tageblatt

24. Oktober 2017 | 06:15 Uhr

Das vergessene Gewerbegebiet

vom

shz.de von
erstellt am 01.Aug.2013 | 03:14 Uhr

Pinneberg | Stefan Krappa blickt sich um. Hohes Gras, Blumen, wilder Wuchs. Was er sieht, kann Pinnebergs Wirtschaftsförderer nicht erfreuen. Hier, an der Müssentwiete, liegt Vermögen brach. Wo Arbeitsplätze geschaffen und Steuereinnahmen generiert werden könnten, toben Hunde. Krappa sind die Hände gebunden. Er kann das Areal nicht vermarkten, weil es keine Erschließungsstraße gibt. Die Müssentwiete - Pinnebergs vergessenes Gewerbegebiet.

Grund für den Stillstand ist die Hängepartie um den Bau der Westumgehung. Von deren Trasse aus soll das Gewerbegebiet eigentlich erschlossen werden. Darauf wartet Krappa seit Jahren vergeblich. Er will jetzt anregen, den benötigten "Stummel" der Umgehung selbst zu bauen. "Die Nachfrage nach erschlossenen Gewerbeflächen ist da", sagt der 50-Jährige. Pinneberg könne von der zunehmenden Verknappung an Gewerbeflächen in Hamburg profitieren.

Bereits im Herbst 2011 hatte Krappa gefordert, die Anbindung des Gewerbegebiets an der Müssentwiete selbst in die Hand zu nehmen. Und zwar ohne aufs grüne Licht fürs Gesamtprojekt Westumgehung zu warten. Kostenpunkt: 2,2 Millionen Euro. Krappa holte sich seinerzeit eine blutige Nase. Die Politik befürchtete, für die Umgehung in Aussicht gestellte Fördergelder zu verlieren, wenn Pinneberg zu früh Nägel mit Köpfen macht. Eine Entscheidung, die heute, zwei Jahre später, zumindest in Frage gestellt werden darf. Schließlich könnte längst Gewerbesteuer fließen. Hinzu kommt, dass die Gegner der Westumgehung eine erneute juristische Auseinandersetzung anstreben. Sollten sie Erfolg haben, würde das die Hängepartie auf unbestimmte Zeit ausdehnen.

Von 11,8 Hektar Boden könnten an der Müssentwiete etwa sieben Hektar bebaut werden. Krappa spricht von einer "sehr attraktiven Fläche", die jedoch erst erschlossen zu vermarkten sei. "Unternehmen suchen heutzutage sehr kurzfristig, zwischen erstem Kontakt und Baubeginn verstreichen selten mehr als sechs Monate." Pinnebergs Wirtschaftsförderer kann sich am Standort Logistikfirmen, Handwerk und produzierendes Gewerbe vorstellen. Großbetriebe à la Amazon sieht er dort nicht: "Solche Unternehmen orientieren sich in Richtung Neumünster, wo die Bodenpreise niedriger sind."

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