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Pinneberger Tageblatt

11. Dezember 2017 | 06:56 Uhr

Das trostlose Ende eines guten Menschen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 15.Sep.2014 | 11:28 Uhr

Für den Autor, Bertolt Brecht, war „Der gute Mensch von Sezuan“ ein Musterbeispiel seines epischen Lehrtheaters. Auch die Thematik ist typisch Brecht: entschiedene Religions- und Kapitalismuskritik, profunde Zweifel an bürgerlicher Aufklärung. Kein Wunder, dass es im Zeitalter einer auf Kommerz fixierten Globalisierung sowie nach Banken- und Eurokrise ein neu erwachtes Interesse an dem Stück gibt. In diesen Tagen bringt die Theater-AG der Theodor-Heuss-Schule (THS) ihre Interpretation des Werkes zur Aufführung.

Tatjana Grizenko spielt den armen Wasserverkäufer Wang. Er versucht verzweifelt, für drei Götter (Vanessa Schwertfeger, Isiana Hagen und Anna Blume) ein Quartier zu finden. Schließlich nimmt die Prostituierte Shen Te (Alexandra Grabowski) die Besucher auf. Nur sie erweist sich als „guter Mensch von Sezuan“.

Ein Thema mit uralten Vorbildern. Etwa in der Bibel. Da ist Lot, Abrahams Neffe. Als einziger Guter in Sodom, wird er samt seinen Töchtern vor dem Verderben gerettet. Oder die beiden armen Alten der griechischen Mythologie, Philemon und Baucis. Sie allein gewähren den Göttern Zeus und Hermes Unterschlupf. Dafür empfangen sie großen Lohn. Aber so ein glückliches Ende kann es in der kapitalistischen Gesellschaft, wie Brecht sie sieht, nicht geben. Es geht bergab mit Shen Te. Am Ende bieten auch die Götter weder Rat noch Hilfe.

Brechts Text hat manche Längen. 28 Schülerinnen und Schüler sowie das Lehrerteam der Theater-AG, Maria Adams, Susanne Schumacher und Gunther Müller-Niesters, haben daraus eine spannende Aufführung gemacht. Ein Jahr lang Arbeit liegt hinter ihnen, immer wieder von heißen Grundsatzdiskussionen begleitet. Jetzt fiebern sie der Premiere entgegen. Auf der Bühne agieren außer den Göttern, der Prostituierten und dem Wasserverkäufer Nora Neufang, Wiebke Müller, Chiara Blume, Lisann Reimer, Hanna Steiner, Gesine Jahnke, Joana Rodriguez, Maximilian Grabowski, Linus Neufang, Thore Jacobsen, Isabell Plaßmann, Karolin Deutschmann, Hermann Siebel, Rike Ranzenbacher, Tilfried Kuhn, Michael Polonskiy und Hanna Steiner. Für die Technik verantwortlich sind Maximilian Grabowski und Nick Engel.

Heute Abend ist Brechts Parabel noch einmal in der THS-Aula, Datumer Chaussee 2, zu sehen. Beginn ist um 19.30 Uhr.

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