386 Katzen ohne ein Zuhause : Das Tierheim für den Kreis Pinneberg zieht Bilanz

Auch dieses Katzenwelpe lebten 2017 im Tierheim Elmshorn.
Auch dieses Katzenwelpe lebten 2017 im Tierheim Elmshorn.

Die allermeisten Hunde wurden von ihren Besitzern wieder abgeholt. Bei den Katzen ist das seltener der Fall.

shz.de von
27. Juni 2018, 17:00 Uhr

Elmshorn | Ein ganz normales Jahr. Im Elmshorner Tierheim hieß das für 2017: 151 Hunde wurden aufgenommen, 386 Katzen und 152 Kleintiere. Die allermeisten Hunde (89 Prozent) wurden von ihren Besitzern vermisst und nach ein oder zwei Tagen wieder abgeholt. Bei den Katzen war das schon viel seltener der Fall, knapp 20 Prozent kamen aus dem Tierheim zurück nach Hause; bei den Kleintieren sogar weniger als ein Prozent.

Wie ein Gnadenhof

Diese Zahlen präsentierte der Tierschutzverein Elmshorn und Umgebung bei seiner Jahreshauptversammlung. Der Verein ist Träger des Elmshorner Tierheims, zuständig für Fundtiere im Kreis Pinneberg. Aktuell leben dort 103 Tiere: 28 Hunde, 48 Katzen und 27 Kleintiere. Trotz der vielen Heimkehrer resümierte Tierheimleiterin Anke Darius: „Im Hundebereich sind wir ein Gnadenhof“. Bei einigen alten und kranken Tieren scheint klar, dass sie nicht mehr vermittelt und den Rest ihres Lebens in Elmshorn verbringen werden.

751 Mitglieder, gut ein Dutzend mehr als im Vorjahr, unterstützen den Verein. An die 80 „Kuschelmenschen“ kümmern sich ehrenamtlich um die Tiere im Tierheim.
50 Paten unterstützen „ihre“ Tiere mit einem monatlichen Beitrag. Andere Mitglieder übernehmen ohne Bezahlung den Notdienst des Tierschutzvereins, der täglich bis 22 Uhr bereitsteht. Sie sammeln Futterspenden ein, bringen Tiere nach Uetersen in die Tierklinik und kontrollieren bei abgegebenen Tieren, ob die gut untergekommen sind.

Fachpersonal wird gesucht

Schwierig ist für die Tierschützer die Suche nach Fachpersonal: „Im Katzenhaus suchen wir seit 15 Monaten einen Tierpfleger“, erklärte Brigitte Maeder (Foto), die Vorsitzende des Tierschutzvereins. Da sich keiner findet, wird im Tierheim ab August wieder ausgebildet. Gleich drei junge Leute werden dort lernen: ein Neuling und zwei Kräfte im zweiten Ausbildungsjahr.

Bürokratie bereitet Probleme

Probleme bereitet den Tierschützern die Bürokratie. Laut der neuen „Verordnung über Nachweispflichten der Tierhalter für Arzneimittel, die zur Anwendung bei Tieren bestimmt sind“ dürfen im Tierheim keine gespendeten Medikamente mehr angenommen oder verwendet werden. Bei einer Prüfung im vergangenen November, die laut Maeder „nicht sehr freundlich“ verlief, kassierten Mitarbeiter des Veterinäramtes alle Medikamentenspenden ein. Folge für den Verein: Die Beschaffung der Arzneien – und auch der Chips, die nicht mehr in Großmengen angeschafft werden dürfen – wird teurer; ein erheblicher Posten bei gut 50.000 Euro Tierarztkosten im vergangenen Jahr. Auf der Einnahmenseite stehen beim Tierschutzverein neben Gebühren mehr als 1500 Einzelspenden, die sich auf knapp 133.000 Euro summierten; Futter- und Sachspenden machten in 61.000 Euro aus.

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