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Unterstützung : Das soziale Plus der Pflegediakonie

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Viele Leistungen werden nicht von Krankenkassen bezahlt.

von
erstellt am 10.Jun.2016 | 14:00 Uhr

Bönningstedt | Alle Jahre wieder: Während der Haushaltsberatungen derjenigen Städte und Gemeinden, die ein Defizit aufweisen, kommen die sogenannten freiwilligen Leistungen auf den Prüfstand. Darunter sind beispielsweise auch die Zuschüsse, die Bönningstedt, Hasloh, Tangstedt, Ellerbek, Quickborn und Rellingen an die Bönningstedter Diakonie- und Sozialstation an der Ellerbeker Straße bezahlen.

Häufig taucht dann während der Debatten in den gemeindlichen Gremien die Frage auf: „Für welche Leistung bezahlen wir eigentlich diesen Zuschuss?“ Marten Gereke, Geschäftsführer der Diakonie Hamburg-West/Südholstein und Ulrike Guttenberg-Otte, Pflegedienstleitung der Bönningstedter Station, werden nicht müde zu erläutern, worin ihre Arbeit besteht.

„Von der Bönningstedter Station aus versorgen wir regelmäßig 120 Personen in ihrem häuslichen Umfeld“, berichtete Gereke im Gespräch mit dieser Zeitung. Die Dienstleistungen seien ganz unterschiedlich.

Sie reichten von der Medikamentengabe über die Alltagsbegleitung und Haushaltshilfe bis hin zu Notfall-Einsätzen. „Für uns steht der Mensch im Mittelpunkt“, betonte Gereke. Dazu gehöre auch, dass die Mitarbeiter länger bei einem Kunden blieben, wenn dies notwendig sei. „Solche Leistungen werden nicht von den Krankenkassen übernommen“, erläuterte er. Ebensowenig werden Beratungsgespräche refinanziert. „Immer mehr Betroffene oder Angehörige informieren sich beispielsweise darüber, was in welcher Pflegestufe bezahlt wird und was nicht“, berichtete Gutenberg-Otte von ihren Erfahrungen.

Hausbesuche inklusive

Dazu gehörten auch Hausbesuche, um herauszufinden, welche baulichen Veränderungen vorgenommen werden könnten. „Wir haben zwei Mitarbeiterinnen, die sich mit dieser Materie intensiv auseinandergesetzt haben“, berichtete Gereke. Viele wüssten gar nicht, was alles möglich sei, um das Leben in den eigenen vier Wänden auch im Alter möglichst angenehm zu gestalten. Doch der Service gehe noch weit darüber hinaus: So stehen die Mitarbeiter beim Ausfüllen der Pflegestufen-Anträge hilfreich zur Seite. Auch das Erstellen von Kostenvoranschlägen für die Pflegeleistung gehöre dazu. „Auch dafür verlangen viele andere Gebühren“, berichtete Gereke.

„Wir sind gemeinnützig und müssen deshalb nicht gewinnmaximiert arbeiten Das macht uns aus“, erklärte der Geschäftsführer. Die Angebote, die nicht durch die Krankenkassen bezahlt würden, könnten nur durch die Zuschüsse der Gemeinden aufrecht erhalten werden. „Und durch sehr verantwortungsbewusstes Wirtschaften“, betonte Gereke. Gute Planung des Personals und der Touren sei dafür ebenso notwendig wie eine schlanke Verwaltung.

Die Koordination der Bönningstedter Station ist ein Vollzeit-Job für Guttenberg-Otte: Vormittags die Abwicklung der Touren – manchmal fährt sie auch selbst, die Berichte der Mitarbeiter entgegennehmen, Gesprächstermine vereinbaren und wahrnehmen, Kontakt zu Ärzten und Krankenhäusern halten, Dienstpläne schreiben, Personalabrechnungen vornehmen und in Notfällen auch mal den Tagesplan über den Haufen werfen, um so schnell wie möglich vor Ort zu sein. Übrigens auch dann, wenn eine der Kommunen aufgrund der schlechten finanziellen Lage entscheidet, ein Jahr lang keinen Zuschuss zu bezahlen. „Uns interessiert in erster Linie der Mensch – das ist unser diakonisches Herz“, bekräftigte der Geschäftsführer.

Adresse: Ellerbeker Straße 12, Bönningstedt; Telefon: 040-5566313. Für Beratungsgespräche wird eine Terminvereinbarung empfohlen. Eine ambulante Betreuungsgruppe mit Fahrdienst trifft sich dienstags und freitags im Haus „Wohnen am Kirchpark“, Ellerbeker Straße 12a.
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