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Das Sonntagsgespräch : „Das Singen ist sehr gut für die Gesundheit“

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Uwe Asmussen, Vorsitzender des Männergesangvereins Pinneberg, sieht im Gesang Training für das Gehirn.

shz.de von
erstellt am 13.Aug.2017 | 15:00 Uhr

Pinneberg | Uwe Asmussen ist Vorsitzender des Männergesangvereins von 1857 Pinneberg e.V. Im Sonntagsgespräch erklärt er unter anderem, was den Gesangverein auszeichnet und mit welchen Problemen der Chor zu kämpfen hat.

Wie sieht das Vereinsleben des Chors aus?
Wir üben immer mittwochs von 20 bis 22 Uhr im VfL-Heim. Fester Bestandteil des Vereinslebens sind zudem jedes Jahr das Stiftungsfest, das Weihnachtsfest und ein Ausflug. Dazu kommen die Auftritte. Wir singen gerne bei Veranstaltungen wie vor kurzem beim Pinneberger Rosenfest oder auch bei Jubiläen und Hochzeiten. Unser nächster öffentlicher Auftritt ist am 20. September beim Fest zum 250-jährigen Bestehen der Drostei. Wir proben auch schon für unseren 160. Geburtstag, den wir am 2. Dezember gemeinsam mit dem Frauenchor feiern.

Was singt der Männergesangverein?
Klassische Wanderlieder, Volkslieder, Arien aus Opern, aktuelle Schlager - unser Repertoire ist groß. Gospel und Choräle gehören allerdings nicht dazu. Kirchliche Lieder und Shanties singen wir so gut wie gar nicht. Wir beschränken uns auf das, was uns am Herzen liegt.

Was zeichnet den Verein aus?
Dass es uns schon so lange gibt, ist sicherlich außergewöhnlich. Besonders wichtig ist uns die Gemeinschaft, die wir zum Beispiel durch die jährlichen Ausflüge mit unseren Frauen pflegen. Positiv ist zudem, dass die Altersmischung stimmt. Wir haben viele ältere Sänger, aber auch einige, die erst etwa 40 Jahre alt sind. Dass passt wunderbar zusammen. Natürlich könnten wir noch mehr Nachwuchs gebrauchen. Wer Lust aufs Singen hat, kann einfach zu den Proben kommen. Derzeit haben wir 27 aktive Mitglieder.

Gibt es Probleme, mit denen der Männergesangverein zu kämpfen hat?
Die finanzielle Situation ist alles andere als rosig, weil es kaum noch Sponsoren gibt. Früher haben viele Pinneberger Firmen die Vereine unterstützt. Das ist leider vorbei. Deshalb fällt es uns schwer, die laufenden Kosten zu decken. Die Zugehörigkeit zum schleswig-holsteinischen sowie zum deutschen Sängerbund, Gema-Abgaben, die Finanzierung des Chorleiters - wir haben etliche Ausgaben. Zur Finanzierung stehen uns praktisch nur die Mitgliedsbeiträge zur Verfügung. Die Beiträge sollen aber nicht ins Unermessliche steigen. Wir stecken also in einer Zwickmühle Wenn es so weiter geht, ist der Chor in drei Jahren nicht mehr in der Lage, sich selbst zu finanzieren.

Der Männergesangverein Pinneberg feiert in diesem Jahr sein 160-jähriges Bestehen.
Der Männergesangverein Pinneberg feiert in diesem Jahr sein 160-jähriges Bestehen. Foto: tas
 

Wie sind Sie zum Singen gekommen?
Ich habe erst vor elf Jahren angefangen, als ich in den Ruhestand ging. Ich war zwar früher im Schulchor und habe auch privat gerne gesungen. Für mehr fehlte aber die Zeit.

Gibt es Höhepunkte, an die Sie sich besonders gerne erinnern?
Die gemeinsamen Reisen, die 150-Jahr-Feier - es gibt einiges, an das ich immer wieder gerne zurückdenke. Ungewöhnlich ist sicherlich, dass wir innerhalb von vier Jahren drei neue Chorleiter finden mussten. Nun dürfte aber Konstanz herrschen. Ich bin optimistisch, dass uns der jetzige Chorleiter noch viele Jahre begleitet. Ein weiterer Höhepunkt wird im Dezember die 160-Jahr-Feier werden.

Was zeichnet einen guten Sänger aus?
Der Spaß am Singen ist das Wichtigste. Es ist nicht entscheidend, dass man die Noten beherrscht. Wenn man Freude am Singen hat, kommt alles andere ganz von selbst. Jeder Mensch hat eine Stimme und kann deshalb auch singen. Singen ist übrigens sehr gut für die Gesundheit. Das ist sogar wissenschaftlich erwiesen. Man trainiert zum Beispiel durch das Lernen der Liedtexte sein Gehirn. Auch die Atemtechnik verbessert sich.

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