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Pinneberger Tageblatt

22. Oktober 2017 | 10:32 Uhr

Böller : Das riskante Silvester-Vergnügen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Heute startet der Verkauf von Feuerwerk: Regio-Kliniken warnen vor dem unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerk

shz.de von
erstellt am 29.Dez.2016 | 11:30 Uhr

Pinneberg | Heute startet der Verkauf von Feuerwerk: Wie in jedem Jahr, gehen in den drei Tagen vor Neujahr Millionen von Böllern, Raketen und Fontänen über die Ladentische. Für die Feuerwehren und Notaufnahmen auch im Kreis Pinneberg beginnt damit eine der arbeitsreichsten Zeiten. Schwere Verbrennungen, abgerissene Finger, verstümmelte Hände: Das sind nur drei Bespiele, die Sebastian Kimstädt, Sprecher der Regio Kliniken, als Folgen von unsachgemäßem Umgang mit Feuerwerk nennt.

„Jedes Jahr müssen die Teams in den drei Notaufnahmen der Regio-Kliniken in der Silvesternacht Menschen mit typischen Feuerwerksverletzungen behandeln“, so Kimstädt. Der Chefarzt der Klinik für Hand-, Fuß- und Mikrochirurgie der Regio-Kliniken, Marc Philipp Muhl, und der Leiter der Zentralen Notaufnahmen, Sven Hartmann, warnen daher vor dem unsachgemäßen Gebrauch von Feuerwerkskörpern. Die Folge können schwerste Verletzungen sein.

„Niemand sollte die Sprengkraft von Knallkörpern unterschätzen. Böller sind Sprengstoff und ihre Wirkung kann daher entsprechend verheerend sein, wenn sie in der Hand explodieren“, warnt Muhl. „Wir haben bereits öfter Patienten behandeln müssen, bei denen die Explosion eines handelsüblichen Böllers zu schwersten Verletzungen geführt hatte.“

Und egal, wie die Hinweise beachtet wurden: „Für den Fall, dass es in der Silvesternacht oder den Tagen davor doch zu Handverletzungen durch Böller kommen sollte, sind die Handchirurgen der Regio-Kliniken wie an allen anderen 365 Tagen im Jahr abrufbereit“, sichert Kimstädt zu: „Innerhalb kürzester Zeit kann ein Experte Verletzungen adäquat behandeln.“

Sicherheitshinweise des Landesfeuerwehrverbands Schleswig-Holstein

  • Feuerwerkskörper und Raketen gehören nicht in die Hände von Kindern. Nur gemeinsam mit Erwachsenen dürfen Feuerwerksartikel gezündet werden.
  • Grundsätzlich sind Raketen, Böller und Fontänen nur im Freien zu verwenden. Ganz wichtig ist es, die Gebrauchsanleitung zu beachten und genügend Abstand zu Menschen, Tieren sowie Häusern, Mülltonnen und Autos zu halten. Bei Reetdächern ist besondere Vorsicht und großer Abstand geboten.
  • Beim Kauf des Feuerwerks „BAM“-Prüfzeichen (BAM - Bundesanstalt für Materialprüfung) achten.
  • Raketen immer senkrecht in den Himmel schießen und nicht in der Hand behalten. Eine mit Wasser gefüllte Getränkeflasche oder ein Eimer mit Sand  sind  eine gute Startrampe.
  • Böller und anderes Feuerwerk sollten auf dem Boden liegend beziehungsweise stehend angezündet werden. Nach dem Anzünden schnell aus dem Bereich entfernen.
  • Blindgänger nicht ein zweites Mal zünden, sondern entsor-gen.
  • Rechtzeitig Vorkehrungen treffen. Vor der Jahreswende kann man bereits einiges tun, um Schäden zu verhindern. Türen und Fenster der Wohnung sollten geschlossen bleiben, damit sich kein Feuerwerk hinein verirrt. Mülltonnen, Papiertonnen und Gelbe Säcke sollten soweit wie möglich sicher verwahrt werden.
  • Auch das Auto sollte sicher untergebracht sein. Um den Gefahren weitgehend aus dem Weg zu gehen, stellt man am besten den eigenen Wagen in der Silvesternacht in die Garage. „Laternenparker“ können versuchen, ihr Fahrzeug in ruhigen Seitenstraßen abzustellen und belebte Kreuzungen sowie bekannte Feierplätze in der Nachbarschaft zu meiden. Zwischen 23.30 und 1 Uhr sollten nur unvermeidbare Fahrten vorgenommen werden.
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